Stilfragen von

Perfekter geht’s nicht, Calvin

Ela Angerer über die klinisch reine Beziehung von Swift und Harris

Ela Angerer © Bild: News/Ian Ehm

Calvin Harris ist ein schottischer DJ und Musikproduzent. Einer seiner Hits („Acceptable in the 80’s“) war einmal der Trailer- Clip für „Germany’s next Topmodel“. Das war zu einer Zeit, als Harris von der Presse noch nicht ernst genommen wurde. Er war einfach nur der pickelige Nerd mit schlecht gefärbten Haaren und Mauszähnen. Das muss Harris verdammt geärgert haben, und wahrscheinlich ging er deshalb in die USA. Ließ sich neue Zähne machen und von Stylisten beraten. Statt Jeans trägt er jetzt teure Anzüge und eine akkurat geschnittene Frisur in einem dunkelblonden Goldton. Dazu trainierte er sich einen Sixpack an.

Und das ist der Moment, in dem all die Märchen der Schönheitsindustrie wahr werden: Die Anstrengungen lohnten sich. Heute ist der 29-Jährige Unterwäschemodel für Armani – und seit Neuestem auch der Boyfriend von Popstar Taylor Swift. Mehr geht jetzt eigentlich nicht mehr. Sehen wir uns die beiden an: Ja, hier ist alles klinisch rein, kein störender Schweißfleck wird je zwischen ihnen stehen. Eine Verbindung wie aus dem Design-Handbuch eines Premiumlabors. Und wie das eben so ist, wenn Liebe nicht mit Blut und Tränen, sondern mit dem Mousepad zusammengebaut wurde, wirkt das Ganze beängstigend sauber.

Die große Modeikone Diana Vreeland berichtete über die Männer ihrer Generation: „Damals stiegen die Herren aus dem Wagen, um einen zur Haustür zu begleiten, sie schwankten ein wenig und fielen auf den Bürgersteig. Man selbst ging ins Haus, und sie blieben auf dem Bürgersteig liegen.“ Man kann natürlich auch an Glamour- Paare wie Liz Taylor und Richard Burton denken. Sie verbrannten sich. Sie küssten und sie schlugen sich. Sie wurden irgendwann älter. All das wird dem neuen Traumpaar nicht passieren. Hier brennt nichts, und deshalb strahlen die beiden auch so wenig aus. Sie müssen es nur schaffen, ihre Terminkalender zu akkordieren. Und dann könnte das Projekt sogar richtig gut gehen.

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