Stiegl knackt die Eine-Million-Liter-Marke:
Rekordausstoß für Salzburger Bierbrauerei

FORMAT: Stiegl trotzt allgemeinem Branchentrend Plan ab 2012: Nur noch Zutaten aus Österreich

Die Salzburger Stiegl-Brauerei erzielt heuer gegen den Branchentrend einen Rekordausstoß und will ab 2012 nur noch mit rein österreichischen Zutaten brauen.

Stiegl knackt die Eine-Million-Liter-Marke:
Rekordausstoß für Salzburger Bierbrauerei © Bild: APA/Gindl

Möglicherweise trinkt in diesem Moment gerade jemand das Krügerl Stiegl-Bier, das den lang ersehnten Rekord bringt. Die Salzburger Brauerei durchstößt nämlich Mitte Dezember erstmals die Marke von einer Million Hektoliter Bierproduktion. Stiegl-Geschäftsführer Robert Schraml: „Wir legen noch rund 50.000 Hektoliter drauf, sodass wir heuer mit sicherem Abstand über die Million kommen.“ Diese 105 Millionen Liter Jahresproduktion entsprechen übrigens rechnerisch 23 Krügerln pro Österreicher beziehungsweise 12 Prozent Anteil am Gesamtmarkt von rund neun Millionen Hektolitern.

Absatzflaute bei Bierbrauern
Der Rekord fällt in einem Jahr, in dem die Branche nicht unbedingt Grund zum Jubeln hat. Nach den ersten neun Monaten bilanzierten Österreichs Brauer ein Produktionsminus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008. Hauptursachen der Absatzflaute sind die Wirtschaftskrise, die vor allem in der Gastronomie zu spürbaren Einsparungen führte, und der weggefallene Einmaleffekt Fußball-Europameisterschaft, der im Juni 2008 den Absatz außertourlich um zehn Prozent angekurbelt hatte.

Stiegl erwartet dagegen heuer gegen den Trend ein Plus von fünf Prozent – und das trotz der Position im höherpreisigen Segment. Stiegl punktet vor allem mit der Expansion in Ostösterreich und der Stellung als Familienunternehmen.

Um auch in der Wintersaison den Durst noch stärker mit hauseigenen Produkten zu stillen, sponsert Stiegl ab sofort die Mannschaft der nordischen Kombinierer. Schraml: „Damit haben wir neben dem Stiegl-Fußball-Cup im Sommer auch ein Pendant im Winter. Das Paket passt perfekt, zumal Doppel-Olympiasieger Felix Gottwald, ein Salzburger, heuer sein Comeback feiert.“

Ab 2012 nur noch Zutaten aus Österreich
Das nächste Großprojekt ist die Umstellung aller Rohstoffe auf rein österreichische Herkunft. Engpass ist derzeit noch der Hopfen, der traditionell aus der Holledau in Bayern, dem größten Anbaugebiet der Welt, bezogen wurde. Schraml: „Wir schließen langfristige Verträge mit Mühlviertler Bauern ab, damit dort unser Bedarf an Hopfen produziert wird. Es gibt dort zwar schon seit Jahrhunderten Hopfenanbau, aber die Mengen reichten bisher bei weitem nicht.“ Um die Produktion entsprechend anzukurbeln, sehen die Verträge höhere Preise als in Bayern vor. Schraml: „Wir lassen uns das einiges kosten.“ 2011 soll die Ernte bereits so groß sein, dass ab 2012 das Endziel erreicht wird: Alle Stiegl-Biere sollen dann zu 100 Prozent aus heimischen Zutaten gebraut werden.

Lesen Sie mehr über die Zukunftspläne der Stiegl-Brauerei im aktuellen FORMAT 50/09!