Stickler-Kritik für Linz "unverständlich":
ÖFB-Stürmer hofft auf weitere Einberufung

Hält nichts vom "Zerfleischen in der Öffentlichkeit" Auch Manager Fani über Stickler-Aussage verärgert

Stickler-Kritik für Linz "unverständlich":
ÖFB-Stürmer hofft auf weitere Einberufung

Dass in jeder Krise ein Südenbock gesucht werde, ist für Roland Linz nachvollziehbar. In diesem Fall traf es ihn und er fragt sich noch immer: "Warum ich?" Nicht in Ordnung findet der Legionär die Kritik des Präsidenten Stickler. "In aller Öffentlichkeit einen Schuldigen anzuprangern ist unverständlich und für mich nicht nachvollziehbar", sagte der ÖFB-Teamspieler.

Der Stürmer hält nichts vom gegenseitigen "Zerfleischen in der Öffentlichkeit", sondern viel mehr von "internen Gesprächen und Zusammenhalt". Er sei stolz und es ihm jedes Mal eine große Ehre, für Österreich spielen zu dürfen. "Wie in der Vergangenheit werde ich auch in Zukunft immer 100 Prozent geben", meinte der Kritisierte, der auf die Einberufung in den Teamkader für die Länderspiele gegen die Schweiz und die Elfenbeinküste Mitte Oktober hofft.

"Habe die zweitmeisten Treffer erzielt"
Der "Portugiese" verweist auf seine persönliche Ausbeute im Nationalteam unter Josef Hickersberger. "Ich habe hinter Rene Aufhauser die zweitmeisten Treffer erzielt und die meisten Tore vorbereitet", sagte der Steirer. In den kommenden 21 Tagen mit insgesamt sieben Spielen möchte der Legionär, der bisher ein Mal für Braga traf, mit weiteren Toren antworten.

Linz-Manager: "Sehr unprofessionell"
Die heftige Kritik, die ÖFB-Präsident Friedrich Sticker nach den schwachen Leistungen der Hickersberger-Truppe in den Länderspielen austeilte, blieb auch nicht nicht ohne Reaktion des Managers von Linz, Skender Fani. Der derzeit in Südfrankreich weilende Berater wies die Aussagen des ÖFB-Chefs mit den Worten zurück: Das sei "sehr unprofessionell".

"Ein ungeschriebenes Gesetz im Fußball besagt, dass ein Präsident nicht in der Öffentlichkeit einen Spieler hinrichten darf. Das Vorgehen von Stickler ist kontraproduktiv", sagte Fani. Nach so einer Kritik oder nach einem Infragestellen eines Spielers hätten schon so Manche ihre Teamkarriere beendet. "Es ist weltfremd zu glauben, dass ein Legionär nicht immer wieder gerne in seine Heimat und zum Team kommt oder nicht rennen oder kämpfen will", meinte der Berater des 26-jährigen Stürmers des SC Braga.

"Sie können nicht mehr, wir laufen nur dem Ball hinterher"
Andererseits müsse den österreichischen Spielern bewusst sein, dass sie nicht so gut wie die Anderen seien. "Sie können nicht mehr, wir laufen nur dem Ball hinterher", sagte Fani über die Situation des rot-weiß-roten Fußballs. Stickler hatte im ORF eine große Diskrepanz wischen den Leistungen von Linz in der portugiesischen Liga und jenen im Nationalteam ausgemacht. "Das kann auch seinem Manager nicht egal sein", meinte der Lotterien-Chef im Fernsehen. (apa/red)