Stichwort Thailand: Asiatischer Staat nach Umsturz seit 1932 konstitutionelle Monarchie

Thailand ist seit einem unblutigen Umsturz 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt ist der König. Dieser hat keinen direkten Einfluss auf die Tagespolitik, sondern nimmt nur repräsentative Aufgaben wahr. Regierungschef ist der Premierminister, der vom König ernannt wird, sobald er durch das Repräsentantenhaus gewählt wurde.

König Rama IX. ist der dienstälteste Monarch der Welt, die allgemein anerkannte moralische Instanz des Landes, das Gewissen der Nation und Identifikationsfigur des Staates. Er feierte am 9. Juni 2006 sein 60. Thronjubiläum. Sein hohes Ansehen in der Bevölkerung, die ihn als Vater der Nation betrachtet, ist überall sichtbar und wird von Arm und Reich genauso wie von Buddhisten und Moslems geteilt.

Die Legislative besteht aus einem Zweikammernsystem mit einem Repräsentantenhaus (500 Mitglieder) und einem Senat (200 Mitglieder). Wahlberechtigt sind alle Bürger Thailands ab dem 18. Lebensjahr. Für das politische Leben gilt die Verfassung vom 11. Oktober 1997. Das Oberste Gericht (Sandika) wird vom König ernannt. Frauen mussten sich das Wahlrecht nicht erkämpfen, es wurde für alle Bürger eingeführt.

In der Vergangenheit übernahm oft das Militär die Macht. In den neunziger Jahren machte das Land jedoch große Schritte in Richtung Demokratie und Bürgerrechte.

Das Parlament (Ratha Sapha) besteht aus zwei Kammern: das Repräsentantenhaus (Sapha Phu Thaen Ratsadon) hat gegenwärtig rund 500 gewählte Mitglieder. Davon werden 400 in Wahlkreisen gewählt, während 100 weitere Abgeordnete proportional zu der Stimmenzahl bestimmt werden, die die Parteien für ihre Parteilisten erhalten haben.

Der Senat (Wuthi Sapha) besteht aus 200 gewählten Mitgliedern (seit den ersten Senatswahlen im Jahr 2000, basierend auf der Verfassung von 1997; vorher wurden die Senatoren von der Regierung ernannt). Allgemeine Wahlen finden alle vier Jahre statt. Es besteht Wahlpflicht für alle Bürger ab 18 Jahren.

Thailand ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen, unter anderem in der UNO und in der ASEAN.
(apa)