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Steuerreform begrüßt

Neben zahlreichen Kritikern gibt es auch Befürworter: Wifo und IHS loben Neuerungen

Steuerreform © Bild: APA/Fohringer

Die Spitzen von Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und Institut für Höhere Studien (IHS) haben am Montag die Steuerreform in ihren Eckpunkten begrüßt, detaillierte Kommentare hebt man sich für später auf. Positiv seien die davon zu erwartenden Nettoeffekte. Und man hält schon für heuer "leichte Vorzieheffekte" für möglich, wenn "die Leute merken, dass sie nächstes Jahr mehr Geld haben werden".

Es seien weitere Reformschritte nötig, "es muss ein Reformruck durch Österreich gehen", forderte Wifo-Chef Karl Aiginger bei der Vorlage der Frühjahrsprognose und verwies auf die Bildung und den Föderalismus. Ohne einen solchen Ruck könnte Österreich womöglich noch länger als die beiden Jahre 2015 und 2016 schwächer wachsen als Europa. "Die Steuerreform kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt, weil sie wieder ein Schub nach vorn sein könnte." Das Ziel "mehr Netto vom Brutto begrüßen wir sehr". "Die Effekte werden aber erst 2016 zu spüren sein."

Erste Auswirkungen noch heuer

Noch heuer erste Auswirkungen für möglich hält dagegen der wirtschaftspolitische Sprecher des IHS, Helmut Hofer: "Eventuell gibt es schon heuer leichte Vorzieheffekte, wenn "die Leute merken, dass sie nächstes Jahr etwas mehr Geld haben werden". Ob durch die Reform so viel wie erhofft der Konjunkturankurbelung dient, ist für Hofer ungewiss: "Normalerweise wird bei Steuerreformen ein Teil gespart - vor allem wenn die Leute zum Beispiel Angst haben vor einem Job-Verlust - oder sie bauen mit dem Geld Schulden ab. Es geht also nicht alles in den Konsum."

Für Aiginger ist "ein positiver Nettoeffekt zu erwarten" aus der Steuerreform, beziffern könne man das derzeit aber noch nicht. "Die längerfristigen Effekte müssen wir bis April genau durchrechnen." Fest stehe für ihn, dass jetzt in einem Jahr (2016) "die Progression umgedreht" werde, also den Menschen etwas "dazugegeben wird statt ihnen etwas wegzunehmen". Die Progressionskurve falle aber trotz der Reform nicht, betonte der Experte.

"Effekt mechanisch nahe Null"

Da die Regierung mit der Reform 5 Mrd. Euro in den Wirtschaftskreis hingebe und 5 Mrd. Euro herausnehme, sei "der Effekt mechanisch nahe Null", meinte der Wifo-Chef. Doch habe man wichtige Steuern reduziert (Lohn- und Einkommensteuer) und weniger wichtige erhöht.

"Nicht zerreden"

Wichtig ist für Aiginger, "dass die Steuerreform jetzt nicht zerredet" wird - ein Appell, denn er in einem Statement auch an sich selbst richtete. Und er zählte das Vorhaben unter den Aufwärtsrisiken für die Konjunktur auf, da es hier noch nicht eingerechnet sei - ebenso wie Effekte des 350-Mrd.-Euro-Investitionspakets von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Kommentare

Beim Erben und Schenken langt der Staat auch wieder kräftig hin. Aber die, die Kohle haben bleiben unangetastet bzw. dürfen sich ins Ausland absetzen. Ich finde jeder, der seinen Wohnsitz in der Schweiz hat und die österr. Staatsbürgerschaft hat sollte in Österreich zur Kasse gebeten werden.

Tut mir leid, für mich ist die Steuerreform wieder nur eine Augenauswischerei. Die Kest wird erhöht, wir kriegen aber eh kaum mehr Zinsen für unsere Ersparnisse - das bisschen wird jetzt noch weiter aufgefressen. Und es trifft wieder nur die Kleinen. 80 EUR mehr im Monat ist super - aber warum kriegt ein Nationalratsabgeordneter mit 8.300 EUR im Monat nochmals 190 EUR dazu? Ist das wirklich nötig?

Die gesamte "Gegenfinanzierung" könnte man sich ersparen! Was für die AUA gut war (sie schreibt heuer Gewinne) kann doch für die tiefrote und schwer defizitäre ÖBB nicht schlecht sein. Jene Milliarden die jedes Jahr in den Privilegien der ÖBB versickern könnte man dem Steuerzahler ersparen.

Forest w.

Also mit Sudern und Jammern kommen wir auch nicht weiter,mann kann schon sagen das es ein gutes Signal ist in Richtung entlastung denn 80 Euro Netto mehr in Monat ist schon was ,die frage ist nur kommt eine Belastungswelle nun jetzt,dann wäre die entlastung ein reinfall!! lg

Das kleine Österreich leistet sich auch zwei Wirtschaftsforschungsinstitute. Zufällig ein Schwarzes und ein Rotes. Diesen Luxus muss wiederum - es gibt ja sonst niemanden- der Steuerzahler finanzieren.
Diese beiden Institute haben offensichtlich die Aufgabe ihre beiden Parteien für die "Maßnahmen" (Abzocke) zu bejubeln.

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