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Die Offshore-Paradiese

11 Finanzzentren, die laut Schattenfinanzindex als intransparente Steueroasen gelten

Fakten - Die Offshore-Paradiese © Bild: istockphoto.com

Nachdem die sogenannten "Panama Papers" geheime Geldflüsse prominenter Sportler, Politiker und Firmen aufgedeckt haben, ist die Debatte um Offshore-Paradiese neu entflammt. Doch welche Staaten zählen zu der schwarze Liste von Steueroasen? Diese 11 Länder und Gebiete werden vom "Tax Justice Network" als die intransparentesten Finanzplätze mit keinen oder besonders niedrigen Steuern auf Einkommen oder Vermögen gelistet.

Der Schattenfinanzindex von "Tax Justice Network" ermittelt den geschätzten Schaden, den die Schattenwirtschaft anrichtet. Jedes Jahr entgehen den Staaten - vor allem Entwicklungsländern - durch Steueroasen hunderte Milliarden Dollar für öffentliche Leistungen. 2015 wurden insgesamt 102 Länder untersucht, wobei 92 Länder ins Ranking aufgenommen wurden. Ermittelt wurde dabei der Grad der Geheimhaltung der Länder oder Gebiete und wie viel globales Gewicht die Finanzzentren besitzen.

Platz 1

Die Schweiz ist eines der weltgrößten Finanzzentren und gleichzeitig eines der weltgrößten Steuerparadiese. Das Land ist aufgrund der hohen Intransparenz (Grad der Geheimhaltung: 73) und der globalen Wichtigkeit in Bezug auf Offshore-Geschäfte auf Platz 1 gelandet - auch wenn sich die Transparenz seit 2013 etwas verbessert hat.

Schweizer Alpen
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Platz 2

Hongkong landet auf dem 2. Platz, weil es als intransparenter Finanzplatz (Grad der Geheimhaltung: 72) zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Rund 4 Prozent der globalen Offshore-Geschäfte werden hier laut Index abgewickelt, Tendenz steigend. Hongkong ist derzeit eine der weltweit am schnellsten wachsenden Steuerparadiese. Hongkong beherbergt die zweitgrößte Börse in Asien nach Tokio.

Hongkong
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Platz 3

Die USA belegen im Ranking den 3. Platz, da sie neben moderater Intransparenz (Grad der Geheimhaltung: 60) über das höchste globale Gewicht unter den angeführten Finanzzentren verfügen. Zudem zeichnen sie für ein Fünftel der weltweiten Offshore-Geschäfte verantwortlich. Einen großen Betrag leisten die Bundesstaaten Delaware oder Nevada, in denen zahlreiche geheimnisumwitterte anonyme Firmenkonstrukte beheimatet sind.

US-Flagge
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Platz 4

Singapur schafft es auf den 4. Platz (Grad der Geheimhaltung: 69) im weltweiten Ranking. Der Anteil der ehemaligen britischen Kolonie im weltweiten Offshore-Geschäft ist im Steigen begriffen, gemeinsam mit Hong Kong gehört es zu den führenden Offshore-Finanzzentren.

Singapur
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Platz 5

Die Cayman Islands sind wohl jedem ein Begriff, der sich schon einmal mit Steueroasen beschäftigt hat. Mit einem Geheimhaltungsgrad von 65 rangieren sie auf dem 5. Platz im weltweiten Ranking. Seit der Einführung des Index im Jahr 2013 hat sich der Geheimhaltungsgrad des Steuer-Paradieses kontinuierlich verbessert, was daran liegt, dass einige Initiativen zu mehr Transparenz gestartet wurden.

Cayman Islands
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Platz 6

Dass Steuerparadiese nicht unbedingt in der weit entfernten Karibik liegen müssen, beweist Luxemburg, das auf dem 6. Platz (Grad der Geheimhaltung: 55) rangiert. Das kleine Großherzogtum zeichnet für beinahe 12 Prozent der weltweiten Finanzgeschäfte verantwortlich. In den letzten Jahren hat sich hier aber immerhin die Transparenz deutlich verbessert.

Luxemburg
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Platz 7

Wer an Steueroasen denkt, hat wohl nicht unbedingt sofort den Libanon am Radar. Dennoch rangiert der vorderasiatische Staat auf Platz 7 im Ranking. Dies liegt vor allem am hohen Grad der Geheimhaltung von 79. Die Offshore-Geschäfte im Finanz-Sektor sind historisch bedingt, die politischen Probleme der letzten Jahre haben dem offenbar keinen Abbruch getan.

Libanon
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Platz 8

Deutschland rangiert auf dem 8. Platz im Ranking (Grad der Geheimhaltung: 56). Unser Nachbarland ist laut Schattenfinanzindex ein sicherer Hafen für die Beute von Diktatoren oder das Vermögen von organisiertem Verbrechen. Steuerverbrechen und andere illegale Finanztransaktionen rund um den Globus finden hier in einem hohen Ausmaß statt.

Berlin
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Platz 9

Das arabische Königreich Bahrain hat es auf den 9. Platz im Ranking (Grad der Geheimhaltung: 74) geschafft. Der konstitutionellen Monarchie, die von der Al-Khalifa-Familie regiert wird, werden diktatorischer Tendenzen nachgesagt. In Ermangelung von Ölreserven hat es sich Bahrain zum Ziel gesetzt, ein führendes Offshore-Finanz-Geschäft zu etablieren. Der Wunsch nach Transparenz ist hierbei nicht sonderlich hoch.

Bahrain
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Platz 10

Auf dem 10. Platz rangieren die Vereinigte Arabische Emirate samt der Offshore-Finanzhauptstadt Dubai (Grad der Geheimhaltung: 77). Bei vielen Filmen ist die ölreiche Region am Persischen Golf äußerst beliebt, da die Finanzflüsse im Steuerparadies nicht sehr genau überprüft werden.

Dubai
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Platz 11

Auf den 11. Platz im weltweiten Ranking hat es Macao (Grad der Geheimhaltung: 70) geschafft. Die etwa 50 Kilometer westlich von Hongkong gelegene Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China kann es in Sachen intransparenter Finanz durchaus mit dem bekannteren Nachbarn aufnehmen und hat die Top 10 nur knapp verfehlt..

Macao
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Steueroasen weltweit
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Nicht außer Acht lassen sollte man Großbritannien (Platz 15). Obwohl der Staat im Ranking nicht unter den Top Ten zu finden ist, ist er die heimliche Nummer 1: Denn Großbritannien unterhält weltweit ein Netzwerk von Steueroasen - vor allem betroffen sind britische Überseegebiete wie die Cayman Inseln, Bermuda oder die Britischen Jungferninseln.

Österreich hat sich seit 2013 verbessert und ist vom 18. auf den 24. Platz hinuntergerutscht.

Schattenfinanzindex 2015: Hier können Sie die vollständige Liste downloaden.

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