Stephen Slevin von

15 Mio. für vergessenen Häftling

Slevin erhält eine gewaltige Abfindung für zweijährigen Albtraum

Stephen Slevin © Bild: CNN Screenshot

Schockierender Justiz-Skandal: Stephen Slevin wurde wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet und ohne Prozess eingesperrt. Trotz Krankheit erhielt er keine medizinische Behandlung, und wurde zwei Jahre lang im Knast "vergessen". Die 22 Millionen Dollar Schmerzensgeld, die er zugesprochen bekam, wollten die Verantwortlichen nicht zahlen. Nun wird der Traumatisierte doch noch Multimillionär.

"Täglich kamen die Wärter vorbei und sahen, wie es mir schlechter und schlechter ging", erzählt Slevin nach seiner Freilassung gegenüber CNN. Duschen durfte er nicht, seine Fußnägel wickelten sich um seine Zehen, so lang waren sie schon. Wegen Mangelernährung verlor er stark an Gewicht, es kam zu Pilzerkrankungen. Doch der Höhepunkt kommt noch: Trotz starker Schmerzen durfte Slevin keinen Zahnarzt sehen. Schließlich zog er ihn sich selbst.

Im Mai 2007 schließlich kommt Slevin wieder frei. Er sieht aus wie Robinson Crusoe und leidet unter posttraumatischen Störungen. Fast fünf Jahre später spricht ein Bundesrichter aus Santa Fe ihm 22 Millionen Dollar an Schmerzensgeld zu. Gesehen hat Slevin die Abfindung jedoch nicht: Die Distriktsverwaltung focht das Urteil an. Jetzt endlich geben die Verantwortlichen nach und boten 15,5 Millionen Dollar.

Grund zur Freude hat Slevin jedoch nicht: Wie CNN berichtet, leidet er seit seiner Entlassung nicht nur an einem post-traumatischen Stresssyndrom, sondern auch noch an einer Lungenkrebs-Erkrankung.

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