Steirischer Käse als Todesfalle: Sechs Menschen starben an Bakterieninfektion

Verschiedene Käsesorten mit Listerien verseucht Vier Todesfälle in Österreich und zwei in Deutschland

Steirischer Käse als Todesfalle: Sechs Menschen starben an Bakterieninfektion © Bild: Reuters/Buholzer

Insgesamt sechs Todesfälle sollen auf Listerien in verschiedenen Käsesorten einer oststeirischen Firma zurückzuführen sein: Wie das Gesundheitsministerium bekanntgab, erkrankten im Vorjahr hierzulande zwölf Menschen an dem im Käse gefundenen Bakterien-Typus, vier davon starben. Auch in Deutschland hat der verseuchte Käse zwei Menschen das Leben gekostet.

Im Jänner wurden Listerien in verschiedenen Käsesorten der oststeirischen Firma Prolactal nachgewiesen. Nun wurde bekannt, dass im Vorjahr in Österreich insgesamt 45 Menschen mit den unterschiedlichsten Listerien infiziert waren. Zwölf von ihnen erkrankten an dem im Steirer-Käse festgestellten Typus. Vier Menschen davon starben hierzulande, bestätigte Ulrich Herzog, Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium.

Todesfälle auch in Deutschland
Wie das "dlz agrarmagazin"-Österreich auf dem Internetportal Agrarheute.com berichtete, gab es auch in Deutschland zwei Todesfälle in der zweiten Jahreshälfte 2009, die auf den Bakterien-Typus des steirischen Milchprodukts zurückzuführen sind. Zusätzlich wurden in Österreich auch heuer drei der bisher insgesamt elf dokumentierten Listerien-Erkrankungen diesem Typus zugeordnet.

Laut einem Informanten soll das Unternehmen Prolactal bereits seit Herbst 2009 über positive Produktproben Bescheid gewusst haben. Diese sollen vereinzelt über den Grenzwerten gelegen sein. Prolactal wies die Anschuldigungen zurück.

Vermarktung gestoppt
In den Tagen vor dem 23. Jänner 2010 konnten schließlich verschiedene Käsesorten der oststeirischen Firma eindeutig als Quelle ausgemacht werden: "Der Unternehmer hat perfekt reagiert, die Vermarktung gestoppt und die Öffentlichkeit gewarnt", erklärte Herzog. Die Produkte wurden vom Markt genommen; eine Rückholaktion folgte.

Stöger lobte rasche Reaktion
Auch Gesundheitsminister Alois Stöger hat die rasche Reaktion der Herstellerfirma gelobt. Das Unternehmen habe nach bekanntwerden der sechs Todesfälle "gut reagiert" und die Nahrungsmittel aus dem Regal genommen, sagt Stöger. Kritik an der Informationspolitik des Ministeriums wies er zurück.

Die Geschäftsführung der Firma zeigte sich in einer ersten schriftlichen Reaktion "erschüttert über die Krankheitsfälle, bei denen der Verdacht über einen Zusammenhang mit dem Verzehr des Sauermilchkäses besteht". Die Produktion im steirischen Hartberg bleibe solange eingestellt, bis die Ursachen restlos geklärt seien, hieß es in der nicht namentlich gekennzeichneten Aussendung. Auf die sechs Todesfälle - ausgelöst durch möglicherweise Bakterien im Käse - wurde nicht eingegangen.

(apa/red)