Steirerin (66) brachte in Graz Kind zur Welt:
Diskussion um späte Mutterschaft entflammt

Schon mit 61 hatte sie ein gesundes Kind geboren Mutter & Kind sindwohlauf. PLUS: <b>UMFRAGE!</b>

Während die Diskussion über den jüngsten Fall einer Spätgeburt nach künstlicher Befruchtung im ganzen Land hochgingen, sind Mutter und Säugling längst zu Hause. Wie es vom LKH-Universitätsklinikum Graz hieß, liege die Geburt schon einige Wochen zurück. "Was wir verlauten dürfen ist, dass Mutter und Kind wohlauf sind und dass es beiden gut geht", erklärte eine Sprecherin.

"Die Frau hat betont, dass sie vollen Datenschutz haben will und auch Kleinigkeiten, etwa das Geschlecht des Kindes oder die regionale Herkunft nicht weitergegeben werden dürfen", sagte Simone Pichler von der Pressestelle des LKH-Universitätsklinikums. Bestätigt wurde von ihr lediglich, dass es sich bei der Mutter um jene Frau handelt, die bereits 2002 nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind auf der Grazer Klinik zur Welt gebracht hat. Die die Niederkunft sei auch diesmal ohne Komplikationen verlaufen.

Die Frau habe schon damals auf ihren "intensiven Kinderwunsch" reagiert, ließ sich eine befruchtete Eizelle im Ausland einsetzen und brachte schließlich am LKH Graz ein gesundes Kind auf die Welt, berichtete die Gratis-Tageszeitung "Ok", die als erstes Medium von der neuerlichen späten Geburt erfahren hatte.

Bereits vor fünf Jahren hatte die Frau auf der Grazer Universitätsklinik für Aufsehen gesorgt, als sie im Alter von 61 Jahren niedergekommen war. Dies war damals nicht der einzige Fall einer "späten Geburt" gewesen. Binnen weniger Tage hatten vor Jahresende 2002 zunächst eine 58-jährige und später eben die 61-jährige Steirerin gesunde Kinder auf die Welt gebracht. Die beiden Geburten waren damals durch Kaiserschnitt erfolgt.

Mit 66 Jahren dürfte die Steirerin zu den weltweit ältesten Frauen gehören, die je ein Kind auf die Welt gebracht haben. Eine Rumänin, die lange als älteste Mutter der Welt galt, war ebenfalls 66, als sie im Jänner 2005 Mama wurde. Altersmäßig überholt wurde sie Ende 2006 von einer Spanierin, die am 29. Dezember als bereits 67-Jährige ein Kind gebar. Allerdings hatte sie für die künstliche Befruchtung in einer US-Klinik ihr Alter fälschlicherweise mit 55 Jahren angegeben.

Auch die spätberufene Grazer Mutter hatte sich im Ausland künstlich befruchten lassen, berichtete die "Presse". Erlaubt seien derartige Eingriffe bei Frauen in diesem Alter unter anderem in den Benelux-Staaten, in Spanien und Tschechien. In Italien wurden sie vor drei Jahren verboten. In Österreich gibt es für künstliche Befruchtungen (In-vitro-Fertilisation) kein strenges Alterslimit.

Psychiater Friedrich: Handlung "unethisch"
Es gehe um eine in Wirklichkeit kriminelle Handlung an einer Frau, und er halte die Handlung insgesamt für "unethisch", kommentiert der Wiener Kinderpsychiater Max Friedrich den aktuellen Fall von Spätgeburt in Graz. Diese Art der künstlichen Fortpflanzung sei sehr neu, es gebe keine Erfahrungswerte und Literatur, was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Kinder betreffe.

"Die Ethik ist hier festgelegt durch die Natur selbst", meinte Friedrich gegenüber der APA. Darüber hinaus gebe es nicht viel zu sagen. Dass ja auch Großmütter wichtige und gute Erziehungsarbeit leisteten, lässt der Psychiater so nicht gelten: "Jede Großmutter hat vorher ein eigenes Kind großgezogen und steht zu einem Kind in anderer Beziehung wie eine Altgebärende."

(apa/red)