Steirer wagt den Kampf mit "rotem Bullen":
Streit um Domain mit Getränkehersteller

"taurusrubens.com" als Gegenstand der Diskussion Angebote des Domaininhabers von Red Bull abgelehnt

Steirer wagt den Kampf mit "rotem Bullen":
Streit um Domain mit Getränkehersteller © Bild: APA/AFP/Gobet

Ein Student des Wirtschaftsingenieurwesens aus Bärnbach in der Steiermark, einem kleinen Ort westlich von Graz, nimmt es mit dem weltweit tätigen Energydrink-Hersteller Red Bull und dessen Gründer Dieter Mateschitz auf. Streitgegenstand ist die Internet-Domain "taurusrubens.com" sowie eine Reihe von Markenrechten lautend auf diesen Namen. Beide Parteien beanspruchen die Rechte auf Domainname und Marken für sich.

Reinhard Birnhuber hat am 21. August 2003 "taurusrubens.com" und die entsprechenden Markenrechte in einigen Klassen registrieren lassen - sehr wohl in Anlehnung an den Namen "Red Bull" und dessen Erfolgsgeschichte und sehr wohl in Kenntnis der von Red Bull geplanten Theatervorstellung mit diesem Namen, die am 22. August 2003 in Salzburg stattgefunden hat, wie er im Gespräch mit der APA bestätigte. Böswillige Absicht oder Geschäftemacherei habe Birnhuber aber nicht in Sinn gehabt, beteuerte er. Taurus rubens ist lateinisch und heißt übersetzt roter Stier, also Red Bull.

Ein unmoralisches Angebot?
Vor einem Jahr wollte Red Bull dann von Birnhuber die Übertragung des Domainnamens erreichen und machte ihm ein Angebot über 500 Euro. Diese - nach Meinung von Birnhuber - "arrogante Vorgangsweise" hat den ehemaligen Projektmanager zu einem Gegenangebot von 1 Mio. Euro veranlasst, was für Red Bull "natürlich unakzeptabel" gewesen sei, wie es in einer Stellungnahme heißt. Denn: "Wir kaufen unsere eigenen Markenrechte nicht zurück".

Verdacht auf Markenpiraterie
Daraufhin wurde der Fall vor das Amt für Geistiges Eigentum in Genf (WIPO) gebracht, das Birnhuber die Rechte für die Domain und die Marken zusprach. Red Bull habe die "bösgläubige" Registrierung und Benutzung des Domainnamens nicht nachweisen können, heißt es im Urteilsspruch. Für den Energydrink-Hersteller komme die Vorgangsweise des Steirers dennoch "Markenpiraterie" gleich. Wie Red Bull auf Anfrage der APA erklärte, werde man nun den ordentlichen Rechtsweg beschreiten, um die Domain- und Markenrechte zurückzuholen. Nach Meinung von Red Bull hat Birnhuber sowohl Domain als auch Markenrechte bösgläubig und mit der Absicht, sie dann teuer zu verkaufen, registrieren lassen. Birnhuber hält dem entgegen, dass er den Namen zwar ganz bewusst ausgesucht habe und auch die Erfolgsgeschichte von Red Bull seit jeher mit Interesse verfolge. Er wollte aber - damals war Birnhuber noch in der Stierzucht tätig - einen Powerriegel unter dem Namen "taurusrubens" produzieren.

"Gastgeschenk" Internet-Domain unerwünscht
Mittlerweile will Birnhuber aber gar kein Geld mehr für die Rechte an der Domain und den Marken, wie er im Gespräch mit der APA wiederholt betonte. Er habe nämlich "eine Vision", die er Red Bull-Erfinder Mateschitz in einem persönlichen Gespräch mitteilen wolle. Die Rechte auf die Internet-Domain und die Marken würde er quasi als "Gastgeschenk" zu diesem Termin mitbringen. Die Antwort von Red Bull fiel allerdings niederschmetternd aus: Der Fall sei "von untergeordneter Bedeutung". Herr Mateschitz werde sich daher "sicherlich nicht mit jemanden wie Herrn Birnhuber an einen Tisch setzen, der eine derartige Vorgehensweise und "Geschäftemacherei" als legitim und moralisch vertretbar erachtet". (APA/red)