""Steininger hat aus Sympathie gezahlt":
Frau des "Airchiefs" wieder sehr wortkarg

Wolf soll von EADS-Zahlung nichts gewusst haben Haider dementiert Parteispenden durch Rumpold

Jene Zahlung, die nach Ansicht mancher Experten den Eurofighter zum Absturz bringen könnte, soll aus reiner Sympathie erfolgt sein. Anna Maria Frühstück-Wolf, Frau des suspendierten Airchiefs Erich Wolf, gab im Eurofighter-U-Ausschuss zu Protokoll, EADS-Lobbyist Erhard Steininger habe die umstrittene Anzahlung an ihre Firma "aus Sympathie" geleistet. Die "zu erbringende Leistung" habe sie noch nicht erbracht, allerdings Steininger - zuletzt vor einem Jahr - wiederholt darauf angesprochen.

Frühstück-Wolf hat ihre bisherigen Äußerungen abermals relativiert. Hatte sie die 87.600 Euro Zahlung Steiningers in Interviews zunächst als "Darlehen" bezeichnet, sprach sie heute nur noch von einer "Anzahlung" für eine "zu erbringende Leistung", die noch ausständig sei. "Sag mir, was ich für dich machen soll", habe sie Steininger gefragt. "Ja, ja, ich rühr mich schon", habe dieser geantwortet.

Das Ehepaar Wolf beteuerte unisono, dass der Generalmajor - Prokurist und Kommanditist der Firma - von dem Geld keine Kenntnis gehabt habe. Wieso Steininger kurz vor seiner Pensionierung eine "Anzahlung" für ein Marketingkonzept getätigt hat, wollte Frühstück-Wolf nicht sagen. Sie meinte nur: "Ich kenne ihn als sehr aktiven und agilen Mann, der noch nicht vor hat, sich zu Ruhe zu setzen, der immer noch Pläne für die Zukunft hat."

Neues wurde auch über die Rolle Steiningers bei dem Deal bekannt. Er soll gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Alfred Plattner das Eurofighter-Team zur ersten Vertragsverhandlungsrunde in Österreich begleitet haben. Welche Funktion die beiden Herren bei den Gesprächen hatten, ist unklar. Eurofighter-Vertragsverhandler Reinhold Faltlhauser sprach von "zwei Manderln", die "mitgelaufen" seien.

Wolf hat mit Steininger telefoniert
Der suspendierte "Airchief" Erich Wolf hat gleich zu Beginn klargestellt, dass er zu der umstrittenen Zahlung von dem EADS-Lobbyisten Erhard Steininger an die gemeinsame Firma mit seiner Frau keine Auskunft geben wird. Er verwies als Begründung auf das gegen ihn eingeleitete Strafverfahren wegen verbotener Geschenkannahme. Zu anderen Fragen ließ er sich von den Abgeordneten aber sehr wohl Informationen entlocken, so erzählte er beispielsweise von einem Telefonat mit Steininger vergangene Woche.

"Ich habe ihn gefragt, wie es ihm geht und er hat gefragt, wie es mir geht", erläuterte Wolf dem Ausschuss den Gegenstand des Gesprächs. Die Dauer des Telefonats konnte er nicht präzisieren, es seien aber sicher "weniger als 20 Minuten" gewesen, so Wolf.

Von der finanziellen Unterstützung seitens Steininger habe er erst im Rahmen der jüngsten Enthüllungen in den Medien erfahren, betonte der ehemalige Luftstreitkräftekommandant. Er habe nie mit seiner Frau über den ökonomischen Zustand der Firma "Accutronic" gesprochen, verteidigte Wolf seine Unkenntnis.

Aufhorchen ließ er mit der Aussage, Eurofighter-Verhandlungsführer Reinhold Faltlhauser habe bei dem Golfturnier, das von EADS durch Steininger mitfinanziert wurde, mitgespielt. Für Verwunderung sorgte er mit der Behauptung, nicht gewusst zu haben, dass Faltlhauser Verhandlungschef gewesen sei. Er schloss nicht aus, dass es für die jährlichen Turniere weitere Sponsoren gegeben habe und er selbst mitbezahlt habe. Als Preis habe es lediglich gläserne Vasen, die als Pokale gedient haben, gegeben.

Haider dementiert Parteispenden durch Rumpold
Die Befragung des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider brachte wenig Spektakuläres. Er schloss Parteienfinanzierung durch die Rumpold-Firma "100% Communications", die einen 6,6 Millionen Euro schweren Werbevertrag mit EADS hatte, aus. "Wer den Rumpold (Gernot, Anm.) kennt, der weiß, dass er für jede Leistung eine Rechnung stellt und keine Parteienspenden macht", so Haider.

Er bestritt auch, von Erika Rumpold zu einem Essen mit EADS-Vertretern eingeladen gewesen zu sein. Rumpold hat EADS mehrere Rechnungen unter anderem für Gespräche mit Landeshauptleuten gestellt, darunter 120.000 Euro für Bundesländerpräsenz.

(apa/red)