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Steirische Groß-Fusion

Die Städte Bruck an der Mur und Kapfenberg planen eine Zusammenlegung bis 2015

Steiermark - Steirische Groß-Fusion © Bild: APA/Merkur

In der Steiermark bahnt sich im Zuge der Gemeindestrukturreform eine Groß-Fusion an: Wie Bürgermeisterin Brigitte Schwarz von Kapfenberg und Bernd Rosenberger von Bruck an der Mur, beide SPÖ, bekanntgaben, sei ein Zusammengehen der beiden obersteirischen Städte mit 1. Jänner 2015 geplant.

In den kommenden Tagen würden in den Gremien die entsprechende Beschlüsse gefasst, am Ende der Verhandlungen werde eine Volksbefragung stehen. Mit der Zusammenlegung der dritt- und viertgrößten Stadt würde mit mehr als 35.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes entstehen.

Historische Chance
Schwarz und Rosenberger sehen im Zusammengehen vor allem aus wirtschaftspolitischer Sicht eine historische Chance: "In Zeiten, wo viele Gemeinden mit Abwanderung zu kämpfen haben, müssen wir die Kräfte bündeln." Ziel sei es, mit der Eingliederung weiter Umgebungsgemeinden die 50.000-Einwohner-Marke erreichen. Dies würde nach dem derzeitigen Finanzausgleich zehn Millionen Euro mehr bringen. "Wir wollen niemanden etwas ausrichten, wir wollen einladen. Aber es ist nicht utopisch, dass wir so unter die Top 10 der österreichischen Städte kommen", sagte Rosenberger. Nach den Plänen sollen im Jänner 2015 die Gemeinderäte aufgelöst und ein Regierungskommissär eingesetzt werden. Bei den Gemeinderatswahlen im darauffolgenden März soll dann ein gemeinsamer Gemeinderat und von diesem ein gemeinsames Stadtoberhaupt von Bruck und Kapfenberg gewählt werden.

Enge Kooperation bereits jetzt
Kapfenberg liegt in der Bevölkerungszahl derzeit mit 22.000 Einwohnern auf Platz 3, dahinter die Bezirkshauptstadt Bruck/Mur mit 12.600. Schon in der Vergangenheit gab es eine enge Kooperation, eine Verwaltungsgemeinschaft wurde gebildet. Dabei ging es etwa um die gemeinsam organisierte Kanalreinigung. Schon länger wird das Kulturprogramm abgestimmt, im Sozialhilfe- und im Abwasserverband kooperiert oder eine gegenseitige Notwasserversorgung betrieben. Auch von der Siedlungsstruktur her sind die in der Mur-Mürz-Furche gelegenen Städte praktisch schon zusammengewachsen. Bisher ist Leoben, nur 15 Kilometer westlich von Bruck gelegen, mit knapp 25.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Steiermark.

Vorbildwirkung
Für die ÖVP begrüßte Bezirksparteichef Landesrat Hans Seitinger den Impuls, der auch als Signal für die kleineren Gemeinden zu sehen sei. Seinen Vorstellungen nach könnte die Fusion auch Vorbild für Leoben, das Aichfeld im oberen Murtal und Voitsberg-Köflach in der Weststeiermark sein. Seitens der Grünen, der KPÖ und der FPÖ wurde auf die Einbindung der Bevölkerung und ein verbindliches Plebiszit gedrängt.