Steiermark von

Messerangriff auf Kind

Mutter wehrt sich und sticht zu - Verdächtiger befindet sich außer Lebensgefahr

Messer Stockbild. © Bild: Thinkstock/Stockbyte

Ein 24-jähriger Vater soll am Montag in Graz mit einem Messer auf sein eigenes Baby losgegangen sein. Die 28-jährige Mutter wehrte die Attacke ab, entriss dem Mann die Waffe und stach mehrmals auf ihn ein. Dabei erlitt der Ehemann lebensbedrohliche Verletzungen, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Dienstag mit. Der amtsbekannte Nigerianer wurde im LKH Graz notoperiert und war am Dienstag außer Lebensgefahr.

Das Paar, die 28-Jährige stammt aus der Mongolei, halte sich seit Ende 2010 in Österreich auf und habe um Asyl angesucht. Hinweise deuten auf eine gewaltbelastete Beziehung hin. Sie hatten sich bereits einmal getrennt, doch dann fanden sie mit der Geburt ihres zweiten Kindes wieder zusammen. Das Glück hielt nicht lange und deshalb war die Mutter mit den Kindern ins Frauenhaus gezogen. Am Montag wollte sie ihren Ehemann mit den Kindern besuchen. Dabei kam es gegen 21.40 Uhr zum Streit der Eltern, der schließlich eskalierte.

Mann war offenbar betrunken

Der Nigerianer sei den Angaben der Frau zufolge aggressiv und betrunken gewesen. Als sie das etwa sechs Monate alte Baby stillte, habe er in einer Schublade gewühlt und das Küchenmesser mit einer etwa 15 Zentimeter langen Klinge herausgeholt. Dann soll er gesagt haben: "Die Kleine wird zuerst sterben." Anschließend ging er auf Mutter und Kind los und wollte zustechen. Da die Mutter aber die Attacke abwehrte, erlitt die Kleine nur oberflächliche Verletzungen.

Dann entriss die 28-Jährige dem Vater das Messer und stach laut ihren Aussagen "in Todesangst" im Brustbereich auf ihn ein. Sie wies nach der gewaltsamen Auseinandersetzung ebenfalls mehrere Verletzungen auf. Unklar sei laut Arnulf Rumpold von der Staatsanwaltschaft Graz noch, ob ihr diese nicht schon früher zugefügt wurden. Der 24-Jährige werde jedenfalls festgenommen, sobald sich sein Gesundheitszustand bessere.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Danach sollen Ermittlungen wegen versuchten Mordes aufgenommen werden, denn ohne die Abwehr der Attacke durch die Mutter hätte der Fall vermutlich anders ausgesehen, sagte der Staatsanwalt. Geprüft werde aber auch, ob die Messerstiche der 28-Jährigen in Notwehr passierten. Welche Verletzungen das sechs Monate alte Baby davongetragen hat, wissen die Ermittler noch nicht genau. Die Kleine sei jedenfalls zur Untersuchung in der Kinderchirurgie Graz. Der verdächtige Nigerianer sei laut Staatsanwaltschaft erst kürzlich wegen Körperverletzung und Nötigung seiner Ehefrau vor Gericht gestanden.