Steht "St. Hanappi" kurz vor dem Abriss?
ÖVP-Politiker plädierte für Neubau in Auhof

Marek dementiert: "Heilige Orte versetzt man nicht" Auch Rapid will von diesen Plänen nichts wissen

Steht "St. Hanappi" kurz vor dem Abriss?
ÖVP-Politiker plädierte für Neubau in Auhof © Bild: APA/Pfarrhofer

Kurz vor der Wien-Wahl ließ VP-Rathausmandatar Wolfgang Gerstl mit kühnen Plänen aufhorchen. Er plädierte für einen Abriss des Hanappi-Stadions in Hütteldorf und einen Neubau in Auhof. Die Folge: Ein Aufruhr bei den Rapid-Verantwortlichen und vor allem den grün-weißen Fans.

Gerstl ist inzwischen von Wiens ÖVP-Chefin Christine Marek zurückgepfiffen worden. "Als seine Chefin beende ich diese Diskussion jetzt", betonte Marek im Gespräch mit der APA. In der Wiener Fußball-Landschaft gebe es heilige Kühe und heilige Orte - nicht umsonst heiße das Rapid-Stadion auch "St. Hanappi". "Und heilige Orte versetzt man nicht."

Ob eine Sanierung des Baus und Adaptierungsmaßnahmen notwendig seien - von Gerstl auf seiner Homepage als Grund für die Abrissforderung genannt -, müssten die Verantwortlichen des Vereins entscheiden. Für sie, Marek, ist jedenfalls klar: "Jede Diskussion über einen Abriss des Hanappi-Stadions ist fehlgeleitet." Die Debatte sei damit beendet.

Rapid distanziert sich von Plänen
Auch Fußball-Rekordmeister SK Rapid Wien selbst hat sich von den kursierenden Gerüchten um einen Abriss des Hanappi-Stadions sowie einen Umzug nach Auhof entschieden distanziert. "Der SK Rapid stellt klar, dass das Gerhard-Hanappi-Stadion genauso wie Rapid ein Teil Hütteldorfs ist - und es aktuell keine Pläne gibt, dies zu verändern", schrieb der Verein auf seiner Homepage.

"Seit 1977 war es (das Hanappi-Stadion, Anm.) Schauplatz unzähliger unvergesslicher Triumphe des Vereins und wurde ob des lokalen Heimvorteils zum hoch geschätzten Stadion des SK Rapid. Der Verein, seine Fans und das gemeinsame Stadion in Hütteldorf verschmolzen zu einer Einheit, einer symbolisch uneinnehmbaren Festung. Der SK Rapid ist daher der Auffassung, dass es sich bei genannter, vermeintlicher Planung um billige Polemik handelt - an welcher sich der Verein, wie auch an einer verkehrspolitischen Diskussion (Stichwort 'U-Bahn-Verlängerung') nicht beteiligt", hieß es weiter auf www.skrapid.at.

(apa/red)