Stefan Matschiner wurde verurteilt:
15 Monate teilbedingt für Ex-Sportmanager

Bisher Unbescholtener muss nicht ins Gefängnis Doping: Dreijährige Probezeit nach Verurteilung

Der Ex-Sportmanager Stefan Matschiner ist am 11. Oktober wegen versuchten Blutdopings und der Weitergabe von illegalen Dopingmitteln schuldig erkannt worden. Die Richterin verhängte über den bisher Unbescholtenen 15 Monate Haft. Davon wurde nur ein Monat unbedingt ausgesprochen, den Rest bekam Matschiner unter Setzung einer dreijährigen Probezeit bedingt nachgesehen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Stefan Matschiner wurde verurteilt:
15 Monate teilbedingt für Ex-Sportmanager © Bild: APA/Pfarrhofer

Da Matschiner in dieser Sache fünf Wochen in U-Haft verbracht hat und ihm diese Zeit auf die Strafe angerechnet wird, muss er nicht mehr ins Gefängnis. Für die Richterin stand zweifelsfrei fest, dass Matschiner am 24. September 2008 - und damit rund sechs Wochen nach Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes, das seither Blutdoping in Österreich unter Strafe stellt - bei seinem ehemaligen Schützling Bernhard Kohl und zwei weiteren Radprofis in Linz eine illegale Blutabnahme mittels einer Blutzentrifuge durchgeführt hatte. Matschiner hatte dies vehement bestritten und versichert, er wäre vom 22. bis zum 25. September beruflich in Belgrad gewesen.

Kohl sagte gegen seinen Ex-Manager aus
Das Gericht schenkte allerdings der Darstellung von Kohl Glauben, der in dem Strafverfahren ausführlich gegen seinen ehemaligen Manager ausgesagt hatte. Bei den anderen beiden Sportlern, die Matschiner in einer eigens dafür angemieteten Wohnung zum Blutdoping empfangen haben soll, handelte es sich laut Kohl um den seit 2007 mit Doping-Vorwürfen konfrontierten Dänen Michael Rasmussen und den im Juli 2010 wegen Dopings gesperrten Italiener Pietro Caucchioli. Gemäß Kohls Aussage soll die Zentrifuge von ihm selbst, Rasmussen und dem Langlauf-Olympiasieger und Ende 2009 von der NADA suspendierten Christian Hoffmann finanziert worden sein.

Während Matschiner versicherte, im Hinblick auf das Anti-Doping-Gesetz nach dem Sommer 2008 hierzulande kein Blutdoping mehr betrieben, sondern die Zentrifuge nach Ungarn verschafft zu haben, wo derartige Praktiken noch straffrei sind, hatte er zugegeben, seit 2005 an acht Sportler EPO und Wachstumshormon weitergegeben zu haben. Namentlich nannte er den im Oktober 2008 der CERA-Einnahme überführten Bernhard Kohl sowie die ebenfalls als "Dopingsünderin" aufgeflogene Triathletin Lisa Hütthaler.

(apa/red)