Stefan Maierhofer von

"Es war sehr viel Hass drinnen"

Rapid-Vergangenheit, Tätlichkeit, Siegtreffer - der Stürmer polarisiert und redet Klartext

Stefan Maierhofer - "Es war sehr viel Hass drinnen" © Bild: GEPA/Kneisl

Stefan Maierhofer sorgte beim Fußball Bundesliga. Bei seinem Treffer hätte er nach einer Ellbogen-Attacke gar nicht mehr am Platz sein dürfen. Der Rapid-Anhang bedachte ihn dafür mit Beleidigungen aus der untersten Schublade - wie schon bei Rubin Okotie wurde vor allem Maierhofers Mutter lautstark beschimpft.

Die gehässigen Sprechchöre im Hanappi Stadion kritisierte Maierhofer nach dem Spiel. "Es war sehr viel Hass drinnen von den Zuschauern, aber das hat mich getragen. Von Beschimpfungen lasse ich mich nicht runterziehen", erklärte Maierhofer voller Genugtuung. "Ich habe in Hütteldorf immer gern getroffen. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball."

Bei seinen Attacken gegen Lukas Königshofer und Harald Picher, die auch mit Rot hätten geahndet werden können, war sich Maierhofer keiner Schuld bewusst. "Pichler habe ich nicht gesehen. Vielleicht habe ich ihn ein bisschen mit dem Ellbogen erwischt, aber das war ein normaler Zweikampf." Auch der Rempler gegen Königshofer sei zufällig passiert. "Er hat ein paar schnelle Schritte zurück gemacht und ich bin nicht mehr weggekommen." Die Bundesliga gab übrigens bekannt, deshalb keine Schritte gegen Maierhofer einzuleiten.

Kein Handselfmeter
Zudem hätte der 2,02-Meter-Angreifer kurz nach seinem Tor fast einen Elfmeter verschuldet, als er sich den Ball im eigenen Strafraum selbst an die Hand köpfelte. "Ich habe den Ball ein bisschen mit der Hand berührt, das gebe ich zu. Aber der Schiedsrichter hat es nicht gepfiffen."

Während Maierhofer diese Aussagen tätigte, waren stets Polizisten in seiner Nähe - zu groß waren die Bedenken, dass es nach der Attacke an Rubin Okotie vor zwei Wochen im Hanappi-Stadion wieder zu einem tätlichen Angriff auf ein Rapid-Feindbild kommen könnte. "Ich habe hier wunderbare eineinhalb Jahre verbracht, aber wenn einem so viel Hass entgegengebracht wird, muss man dementsprechend reagieren", erklärte Maierhofer seinen extrovertierten Jubel nach dem Tor. "Es zeugt von Charakter, dass ich trotzdem noch zu diesem Verein (Anm.: Rapid) stehe", so der Stürmer weiter.

Kein Respekt von Rapid
Das tue er, obwohl er nach seinem Abschied im Sommer 2009 wenig Respekt von Rapid erfahren habe. "Als ich im letzten Jahr als Duisburg-Spieler vor dem DFB-Cup-Finale verletzt im Spital gelegen bin, habe ich von vielen Vereinen Blumen und Genesungswünsche bekommen. Von Rapid ist nichts gekommen."

Rapid-Trainer Peter Schöttel brachten solche Wortmeldungen zur Weißglut. "Er hat für Salzburg heute den Titel gewonnen, aber bei meinen Spielern und mir Sympathien verloren", schimpfte der 45-Jährige. "Er hat sich abgesehen von den Tätlichkeiten noch einiges geleistet, was die Kameras nicht eingefangen haben", meinte der Coach, ohne Details zu nennen. "Für mich steht dieses Spiel unter dem Eindruck, dass der Mann, der das Siegestor geschossen hat, nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen und sich nachher auch noch feiern lässt", ärgerte sich Schöttel.

Schöttel gegen Schörgenhofer
Der zweite Buhmann aus der Sicht Schöttels war Referee Schörgenhofer. "Es gab drei, vier Schlüsselszenen, die Schörgenhofer gesehen, aber nicht geahndet hat." Ein Gespräch mit dem Schiedsrichter sei nach dem Schlusspfiff nicht mehr möglich gewesen. "Er redet nicht mit mir. Es ist schon toll, wenn er mir vor dem Spiel die Hand gibt."

Für Salzburg-Trainer Ricardo Moniz war Schörgenhofer "sehr souverän und konsequent". Maierhofer bezeichnete der Niederländer als "Spieler, der an die Grenzen geht". Die fragwürdigen Aktionen seines Stürmers hat Moniz nach eigenen Angaben ebensowenig gesehen wie den Kopfstoß, den sein Assistent Niko Kovac einem Rapid-VIP-Fan in der Pause versetzt haben soll. Der Kroate, der dafür von Schörgenhofer auf die Tribüne verbannt wurde, reagierte mit dieser Aktion offenbar auf ausländerfeindliche Beschimpfungen.

Kommentare

TV Komentatoren leider sind die orf-komentatoren sehr rapidlastig und unschöne sachen und fauls die rapid betreffen werden weder gezeigt noch angesprochen. diese rapidlastigkeit kotzt eine´n regelrecht an......

Rapid Fans warum gibts bei rapid kein stadionverbot für diese unnötigen rapidfans???? ich glaube der verein ist auf die euros dieser kaoten angewiesen.........noch was.......rapid soll auch verlieren könne lernen....

Torjubel jetzt muss man bei den überheblichen rapidlern samt vorstand inkl´dem unnötigen ex-politiker edlinger auch noch um erlaub über eines torjubels fragen.......frechheit

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Besuche ein paarmal im Jahr Rapidspiele ,bin jedoch kein Fan ,muß immer wieder feststellen , das die Radikalität immer mehr zu nimmt ! Bei Maierhofer weis man ,das er kein Waserl ist ,man hat mit ihm aber schon viel Freude gehabt ,jetzt wird er schon zu Beginn aufs Grobe beschimpft , warum bekommt man diese Rapiddummerl endlich in Griff ! Von Fairness keine Spur !

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Re: Besuche ein paarmal im Jahr Rapidspiele ,bin jedoch kein Fan ,muß Ich bin örters am Verteilerkreis, dort ist das mindestens genau so wie in St. Hanappi, oft sogar tiefer als unterste Schublade. Bitte also die Gehässigkeiten nicht auf Hütteldorf zu beschränken.

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Videobeweis Wozu wird derart viel gefilmt und im TV immer wieder gezeigt, wenn es keine Konsequenzen für das Spiel nach sich zieht? Das schürt nur zusätzlichen Hass und lässt das Fußballspiel in den Hintergrund treten.
Schade, dass die Liga zu feig ist, Schiedsrichter die solche Unsportlichkeiten offensichtlich - aus welchen Gründen auch immer - übersehen, zur Rechenschaft zu ziehen und gegen betroffene Spieler im nachhinein Schritte unternehmen.

napy melden

Re: Videobeweis Red Bull hat sehr viel Geld für so etwas.

bastijee melden

Re: Videobeweis Aber das der Kulovits in Leonardo ein Ellbogencheck gibt ohne das der Ball nur ansatzweise in der Nähe gewesen wäre wird hier nicht besprochen. Für mich auch glatt rot

huginator melden

Re: Videobeweis in der partie hätten in beiden teams nicht elf spieler bis zum schluss am platz sein dürfen. aber dafür, dass sich der fußball gegen jede möglichkeit wehrt, im nachhinein auf dinge zu reagieren, können die kicker nix.

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