"Stecken nicht in einer Sackgasse": Anas Schakfeh über die Integration in Österreich

IGGiÖ-Präsident: "Wir sind hier gut unterwegs, ja" Türkische Lehrer importieren? "Das ist zu begrüßen"

"Stecken nicht in einer Sackgasse": Anas Schakfeh über die Integration in Österreich

NEWS.at: Österreicher sollen sich nur im Urlaub für fremde Kulturen interessieren. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?
Anas Schakfeh: Das kann ich nicht bestätigen. Selbstverständlich interessieren sich die Österreicher für Ausländer verschiedenster Nationen. In diesem Fall geht es aber vor allem um Migranten. Und da muss angemerkt werden, dass Österreich selbst die Gastarbeiter ins Land geholt hat. Ein Interesse ist also da, welches Interesse das ist, ist aber eine andere Frage.

NEWS.at: Internationalen Organisationen wird geraten, das Land aufgrund dieses angeblich einwandererfeindlichen Verhaltens zu verlassen. Sollte die UNO tatsächlich ihren Sitz in Wien auflösen?
Schakfeh: Internationale Organisationen entscheiden sich nach geopolitischen Gründen, wo sie ihre Sitze hinverlegen, nicht danach, ob Migranten integriert sind. Ich selbst möchte diesen Vorschlag nicht bewerten.

NEWS.at: Sie leben schon seit einiger Zeit in diesem Land. Haben Sie eine Veränderung feststellen können? Sind die Österreicher offener gegenüber fremden Kulturen geworden?
Schakfeh: Wie andere Völker sind auch die Österreicher im Zeitalter der Globalisierung offener geworden. Nun geht es aber um das Zusammenleben relativ großer Populationen. Das bringt immer kleine Probleme mit sich, die man jetzt orten, sachlich diskutieren und lösen muss.

NEWS.at: Würden türkische Lehrer und eine Türkisch-Matura den Integrationsprozess verbessern?
Schakfeh: Bei der Matura weiß ich nicht, ob das sinnvoll ist. Türkische Lehrer hingegen, die Migrantenkindern die Muttersprache ordentlich beibringen, das ist zu begrüßen. Denn jede zusätzliche erlernte Sprache ist für einen jungen Menschen eine zusätzliche Chance im Leben.

NEWS.at: Die Ghettoisierung wird als einer der Hauptgründe für eine schlechte Integration angeführt. Haben wir mit diesem Problem tatsächlich auch in Österreich zu kämpfen?
Schakfeh: Es ist doch nur zu menschlich, die Nähe zu den Menschen zu suchen, die man besser versteht. Aus diesem Verständnis heraus entstehen nun einmal entsprechende Ballungszentren. Es gibt halt keine Zentralstelle, die das koordiniert.

NEWS.at: Innenministerin Fekter wird einmal mehr kritisiert. Sie solle aufhören, in den Integrationsprozess zu intervenieren, weil dabei immer Polizeilösungen herauskommen. Dabei wird immer wieder ein eigenes Integrations-Staatssekretariat gefordert.
Schakfeh: Wenn Ministerin Fekter interveniert, dann ist das legitim, weil sie dafür zuständig ist. Forderungen nach einem eigenen Integrations-Staatssekretariat gab es schon oft, und darüber kann man diskutieren. Bis es aber soweit ist, ist das Innenministerium für solche Fragen zuständig.

NEWS.at: Gerade in den letzten Monaten ist Fekter stark in die Kritik gekommen, vor allem durch die Abschiebung Minderjähriger. Dazu müssen Sie ja eine Meinung haben.
Schakfeh: Als Kirchen- und Religionsvertreter haben wir das geschlossen kritisiert.

NEWS.at: Ist es die richtige Strategie, einen stockenden Integrationsprozess mit provokanten Worten zu pushen?
Schakfeh: Ich bin nicht der Meinung, dass der Integrationsprozess in einer Sackgasse steckt. Sie schreitet voran, und natürlich gibt es hier und da Probleme, doch sind sie nicht furchterregend. Sie zu lösen wird aber nicht per Knopfdruck passieren, das braucht seine Zeit. Es wird nur derzeit permanent über angebliche Probleme geredet, weil in der Steiermark und in Wien gewählt wurde. Es findet ein Prozess statt, und da und dort muss man mal intervenieren, aber nicht im Sinne von "Alles ist schlecht" oder "Wir sind am Ende".

NEWS.at: Es kann aber nicht nur an den Wahlen liegen, in ganz Europa ist Integration ein Thema, Stichwort Sarrazin.
Schakfeh: In den anderen Ländern gibt es tatsächlich Probleme, aber nicht bei uns. In Österreich existieren keine Slums, in denen Migranten unter sich sind. Bei den Einwanderern ist keine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit vorhanden. Und bei uns gibt es auch keine gesellschaftliche Polarisierung, das heißt, es kommt nicht zu Übergriffen und Krawallen. Das zu dramatisieren wäre kontraproduktiv.

NEWS.at: Sie sind also der Meinung, dass der Integrationsprozess in Österreich auf einem guten Weg ist?
Schakfeh: Wir sind gut unterwegs, ja.

Kim Son Hoang

Kommentare

Ivoir

Integration in Österreich Wenn ich alles bekomme ohne was zu tun, dann nehme ich es......ohne was zu tun.

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Integration Diese beginnt mit dem Willen des einzelnen Migranten sich auch integrieren zu wollen. Da können vermeintliche Politiker, Botschafter oder der IGG Präsident reden was sie wollen, das geht denen die nicht bereit sind sich zu integrieren am A.... vorbei.
Daher ist ein Zuzug von Ausländern mit einem Integrationswillen zu verknüpfen, der durch bestimmte Kriterien erfüllt werden muß, und das beginnt mit der Beherrschung der deutschen Sprache. Darüber hinaus sind es Anpassungen an die Gepflogenheiten und Kultur des Landes (keine Ghettobildung), einwandfreier Leumund (Verbrecher haben wir selbst genug, wir brauchen keine importieren) und die aktive Mitwirkung am Arbeitsmarkt (und nicht in der sozialen Hängematte liegen) durch entsprechende Ausübung von Jobs. Wer das nicht will : Go home !

Wien_1190 melden

Re: Integration Super Post! völlig richtig!

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Türkisch Lehrer importieren .... Was sollen die außer Türkisch noch lernen vom einem Türkisch-Lehrer... das beherrschen die alle perfekt..NUN ist es an de Zeit Deutsch zu lernen, das dürfte ja KEIN Problem darstellen, wenn man immer behauptet eine perfekte Muttersprache (in dem Fall sprechen ja ALLE Türkisch) erleichtere - aber nur wenn Türke WILL - das Erlernen einer anderen Sprache, ALSO MEHR WILLEN von den Türken auch ohne türkischen Lehrer...

christian95 melden

Re: Türkisch Lehrer importieren .... Wir brauchen nicht noch mehr Zuwanderer die türkisch sprechen, sondern wir brauchen mehr Leute die deutsch können!

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@christian95: Re: Türkisch Lehrer importieren .... Da bin ich ganz bei Ihnen,wir brauchen,wennüberhaupt, Zuwanderer,aber keine bildungsfernen,sondern mit Bildung;von denen,welche Bildung haben,leiben aber sowieso die meisten im eigenen Land (Istanbul bzw,Ankara)u.haben eine berufl.Karriere.Und die gebildeten Moslems,welche in uneren westlichen Kreisen Karriere machen,sind VOLL INTEGRIERTE Menschen. Leider sind der Großteil v.d.bei uns eingewanderten Sozial- u.Wirtschaftschmarotzer bildungsfern,nicht an Integration interessiert u.wollen sowieso(wie unsere Nahbarn mit Kopftuch)unter sich bleiben. Sicher,bei Sozialleistungen abschöpfen ist man Österreicher,bei der Integration ist und bleibt man Türke MIT türk.Staatsbürgerschaft, dem keiner, was zu sagen hat.Warum nicht Einwanderer aus den westlichen Ländern, welche unserer Kultur entsprechen

\"Eine zusätzliche Sprache ist eine Chance für die Kinder\"? Warum wissen das die Eltern nicht?
Warum steigt in Schulen mit vielen Türkenkinder "diese Chance" nicht?
Da stimmt doch etwas nicht!

Kontrollorgan melden

Wo er Recht hat ... Zitat: "Denn jede zusätzliche erlernte Sprache ist für einen jungen Menschen eine zusätzliche Chance im Leben."
So ist es!

christian95 melden

Re: Wo er Recht hat ... Da kann man Frau Fekter nur unterstützen:
Zuwanderung nur mehr für jene Leute, die deutsch können. Damit ersparen wir uns viele Probleme...

Kontrollorgan melden

Re: Wo er Recht hat ... Jetzt habe ich das Zitat schon kopiert, Christian, offensichtlich liest Du nur das, worauf Du Dir einen Reim machen kannst.

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Re: Wo er Recht hat ... was bedeutet deutsch können ? Das Balkandeutsch ? Wenn die daheim nur türkisch reden bzw. türkischen Medien konsumieren und dann in der Schule untereinander türkisch bzw. den Kauderwelsch türkisch-deutsch plappern wird es nichts werden, aber es ist mir schon längst sch...egal was aus denen wird bzw. nicht wird.

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Re: Wo er Recht hat ... Die Leute lesen das, was sie lesen wollen.

Es ist auch erwiesen, dass man ohne die gute Beherrschung der eigenen Muttersprache keine Fremdsprache (in unserem Fall Deutsch) erlernen kann. Und das ist doch die viel geforderte erste Maßnahme für Integration?

christian95 melden

Re: Wo er Recht hat ... Warum muss sich da der Staat darum kümmern?
Unsere Politiker reden seit vielen Monaten/Jahren von einer "Österreich-Card". Wer nicht deutsch kann, kann ja in ein anderes EU Land pilgern. - Und wir ersparen uns viele Probleme.

Kontrollorgan melden

Re: Wo er Recht hat ... Entschuldigung christian, ich dachte du verstellst dich. Jetzt wird mir aber vieles klar.

Wien_1190 melden

Re: Wo er Recht hat ... Lieber "Kontrollorgan", es ist leider Fakt, dass die meisten "Anatolischen-Ziegenhirten", welche nach Österreich kommen um es "besser" zu haben, überhaupt kein Interesse an unserer Kultur/Sprache haben! LEIDER!

Auch wenn sich "Christian95" seinem "Alter" entsprechend ausgedrückt hat(wenn dem nicht so ist verzeihen Sie mir den Fauxpas), muss man ihm im Großen und Ganzen leider Recht geben!, denn ein Mensch dessen Eltern ihm jegliche Bildungsmöglichkeit verwehren, hat in einem "Bildungsorientierten Land" leider keine Chancen auf eine "sozial angemessene Stellung".

Und auf diese "Unwilligkeit", wird dem Österreicher Rassismus - Ghettobildung etc. unterstellt!

Wir sind hier nicht die Integrationsmuffel, denn das ist "unser" Land!

Türkische Lehrer importieren? Viel besser wäre es doch, wenn Österreichische Lehrer in die Türkei "importiert" würden. Dann könnten sie bereits in der Tükei einwanderungswilligen Türken die deutsche Sprache beibringen.
Häupl hat ranghohe Moslemvertreter zu SPÖ Abgeordneten gemacht. Warum verlangen die moslemischen SPÖ Abgeordneten nicht eine bessere Integration?

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Türkische Lehrer importieren? \"Das ist zu begrüßen\" na servas, wenn wir das machen dann können wir auch gleich österreich in die hand der türkei legen und fertig....

ich mein bitte seit mir nicht böse aber was is das für eine aussage? ich würde gerne mal sehen wenn ich in die türkei komm und ich will dort nen deutschen lehrer und nene österreichischen kultur verrein und bitte eine kath. kirche....

ich finde solche "vorderrungen" einfach nur lächerlich weil wenn wir türkische lehrer auch noch haben und mit den migranten sowieso nur türkisch gesprochen wird dann werden die NIE deutsch lernen......

und jedem migranten den die österreichische situation nicht passt der kann ja gerne in ein anderen land wie italien oder spanien mal versuchen wie ihm dort geholfen wird...
just my 2 cents

PAstorPeitl melden

Re: Türkische Lehrer importieren? \\ Offen gesagt, wenn ein "Bambi für Integration" an den Fussballer Özil geht, nur deshalb weil er die Schwester von Sarah Conner geheiratet hat und diese dem Islam beigetreten ist, also in Zukunft auch Kopftuch trägt,
dann kann man sich nur fragen:
Wann endlich integrieren sich die Österreicher?

Das erklärt auch die Aussage Schakfehs: Wir befinden uns auf einem guten Weg.

LG

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

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Re: Türkische Lehrer importieren? \\ warum immer diese unbegründete Angst vor einer Türkeninvasion? Das ist vollkommen irrational. es ist bspw. wissenschaftlich erwiesen, dass Migrantenkinder, die ihre erste Sprache ordentlich beherrschen schneller und besser eine zweite erlernen!

PAstorPeitl melden

Re: Türkische Lehrer importieren? \\ Stimmt. Eigentlich braucht man vor einer Invasion keine Angst zu haben.

Es werden keine kommen.

Denn: Sie sind schon alle da.


Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

Kontrollorgan melden

Re: Türkische Lehrer importieren? \\ Einige sind mehrsprachig, ein Teil wiederum plagt sich mit der Muttersprache allein.
VordeRungen ,-) und, weil grad ZeiT ist
Wir sinD seiT ...
Spricht aus Dir der Neid?

freeyourmind melden

Re: Türkische Lehrer importieren? \\ Ich frage mal wieviele von Ihnen sprechen eine Fremdsprache, d.h. müssen sie auch außerhalb des Urlaubs nutzen? Alle diejenigen wissen wie schwer das ist. D.h. wie sollen ausländische junge Menschen gebildet werden, wenn sie die Sprache nicht 100% verstehen? Und Bildung ist und bleibt der einzige Weg um von dem weg zu kommen was jeder in Österreich an den Ausländern fürchtet - konservativen Extremismus und Intollleranz. Mit gleichem sind Österreicher auch belastet, d.h. auch diese müssen umdenken. Ich finde diese Aussagen dieses Herrn nicht schlecht, obwohl ehrlich gesagt keiner Religion etwas abgewinnen kann - schließlich ist und war sie schon immer das Übel, das die Menschheit teilte, aber dies sei eine andere Geschichte. Aber wie Hr. Tezcan nur zu Polarisieren macht alles schlimmer!

PAstorPeitl melden

WIR befinden uns auf einem guten Weg Eigentlich sehr beruhigend, wenn das ein Mann sagt, der vor wenigen Wochen noch darauf hingewiesen hat, in einer jeden Bundeshauptstadt eine Moschee mit Minorett haben zu wollen.

Und wenn man dann noch überlegt, dass er eigentlich trotz der Aussagen Teczans der Meinung ist, sich auf dem besten Weg zum Erreichen seiner Ziele zu befinden, wird einem ganz wohlig warm ums Herz.

Ich frage mich, was Schakfeh wohl damit gemeint hat, als er meinte, er befinde sich auf einem guten Weg.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
http://jachwe.wordpress.com

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Re: WIR befinden uns auf einem guten Weg Sehr geehrter Herr Peitl,

ich erfreue mich an der Tatsache, dass in Österreich die Meinungsfreiheit noch intakt ist und auch Sie ihren erzkonservativen christlichen Senf preisgeben können.

So wie auch in Österreich Meinungsfreiheit herrscht, gibt es auch in Österreich Religionsfreiheit. Durch dieses in der Europäischen Menschenrechtskonvention und im österreichischen Grundgesetz verankerten Gesetz ist es jedem Menschen erlaubt seine Religion frei auszuüben.

Wenn ich aber sehe wie der von der Anzahl her gesehen, lächerliche Teil der Zeugen Jehovas in jeder Kleinstadt ein Gotteshaus ihr Eigen nennen dürfen, dies aber den fast 400.000 Moslems verwehrt wird zweifle ich manchmal daran.

Lächerlich ist auch, dass im jahr 2010 ein Konkordat einen demokratischen Staat im Würgegriff hat.

mfg

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