Statt der Hitze kommt die Regenschlacht: Wahrscheinlichkeit liegt bei über 80 Prozent

Fürchtet Brawn Wolkenbrüche mehr als Konkurrenz Fahrer mit später Startzeit alles andere als glücklich

Statt der Hitze kommt die Regenschlacht: Wahrscheinlichkeit liegt bei über 80 Prozent © Bild: Reuters

Die Formel 1 darf sich bereits im zweiten Saisonrennen auf eine Regenschlacht einstellen. Die Wetterprognosen verheißen vier Tage vor dem Grand Prix von Malaysia am Sonntag in Sepang nichts Gutes. Für das gesamte Wochenende sind niederschlagsreiche Gewitter vorhergesagt, die Regenwahrscheinlichkeit für den Renntag bezifferten Meteorologen mit mehr als 80 Prozent.

Regen ist im feucht-heißen Tropenklima Malaysias nichts Ungewöhnliches. In den vergangenen Jahren hatte er Sepang an den Renntagen allerdings stets verschont. Ein echtes Regenrennen hatte es im Dschungel zuletzt 2001 gegeben. Im Vorjahr triumphierte der Finne Kimi Räikkönen im Trockenen vor Robert Kubica und Heikki Kovalainen - ein Zieleinlauf, den angesichts der Kräfteverteilung 2009 nur ein heftiger Regenguss heraufbeschwören könnte.

Zu überlegen war Brawn GP zum Auftakt in Australien gewesen. Dennoch warnte Top-Favorit Jenson Button vor den Bedingungen in Malaysia. "Es ist immer eines der schwierigsten Rennen der Saison. Das Klima verlangt Auto und Fahrer alles ab", erklärte der Engländer. "Und dann noch diese sintflutartigen Wolkenbrüche - die können das ganze Wochenende durcheinanderbringen." Vor ihnen hat Button offenbar mehr Respekt als vor der Konkurrenz.

Startzeit 17 Uhr Ortszeit
Für ein Regenrennen spricht auch die Verlegung des Starts auf 17.00 Uhr Ortszeit, um in Europa bessere TV-Übertragungszeiten zu gewährleisten. Damit dürfte es zwar etwas kühler als in den vergangenen Jahren werden, am späten Nachmittag regnet es knapp 500 km Kilometer nördlich des Äquators dafür gerne und ausgiebig. "Mit der neuen Startzeit ist die Chance, dass wir nass werden, sicherlich größer", bestätigte BMW-Pilot Nick Heidfeld. Die Luftfeuchtigkeit beträgt im Jahresmittel ohnehin 82 Prozent.

Das abendliche Rennen könnte wie schon in Australien einen weiteren Störfaktor mit sich bringen - die schlechte Sicht. Hatte die Fahrer in Melbourne die tiefstehende Sonne beeinträchtigt, so könnte es in Malaysia bei schlechtem Wetter sehr dunkel werden. Im Gegensatz zum Nachtrennen im benachbarten Singapur ist die Strecke in Sepang aber nicht mit Flutlicht ausgerüstet. Die Piloten sind daher mit der neuen Startzeit alles andere als glücklich.

"Bei schlechter Sicht ist die Gefahr, einen Fehler zu machen, viel größer. Rennen in der Dämmerung sind ein Problem", betonte Nico Rosberg. Die Kompromisslösung eines späteren Starts befand der Deutsche, der in Australien dreimal Trainingsbestzeit erzielt hatte, nicht für gut. "Da wäre ein richtiges Nachtrennen wie in Singapur um einiges besser", meinte Rosberg. Der Williams-Pilot sprach damit vielen seiner Kollegen aus der Seele.

(apa/red)