Startschuss zum AUA-Verkauf: ÖIAG sucht
per Inseraten nach potenziellen Käufern

Anzeigen in "Financial Times" und "Wiener Zeitung" 42,7 Prozent sollen an ausländischen Investor gehen

Startschuss zum AUA-Verkauf: ÖIAG sucht
per Inseraten nach potenziellen Käufern © Bild: APA

Der AUA-Verkauf geht in die konkrete Phase: Nach dem erteilten Auftrag der Bundesregierung an die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG zum Verkauf ihrer AUA-Anteile ist der Verkaufsprozess mit Zeitungsinseraten auch offiziell angelaufen. Über Anzeigen in der "Financial Times" (Europaausgabe) und im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" werden offiziell Käufer für das 42,75-Prozent-Paket des Bundes gesucht.

In vergleichsweise kleinen Inseraten (7 x 7 cm in der großformatigen "Financial Times") sind noch einmal die bereits bekannten Eckpunkte des Verkaufsvorgangs festgeschrieben: "Interessierte Investoren werden eingeladen, ihre schriftliche Interessensbekundung an der Transaktion bis spätestens zum 24. August 2008 an Merril Lynch zu richten", heißt es in der Ankündigung. Die US-Investmentbank wurde als exklusiver Finanzberater mit dem Verkaufsprozedere beauftragt. "Bis spätestens Ende 2008" soll nach den Vorgaben der Regierung ein strategischer Airline-Partner für die AUA gefunden sein. Die Fluggesellschaft Austrian Airlines selbst bekundet die Bereitschaft, den Prozess zu unterstützen.

"Geeignete Investoren" erhalten nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung ein "Informationspaket" sowie den "Prozessbrief" mit weiteren Details zu Bedingungen und Ablauf des Verfahrens zugestellt. In der Folge prüft die ÖIAG die strategischen Konzepte der Bewerber und erstellt auf Basis der eingereichten "indikativen Angebote" eine Short List der besten Anbieter. Nach Einblick in die detaillierten Geschäftszahlen der AUA im Zug einer Due Diligence-Prüfung soll es abschließend Vertragsverhandlungen mit den verbliebenen Investoren geben.

Suche nach heimischen Investoren läuft
Die Regierung hat im Sommer-Ministerrat den Auftrag für einen Verkauf der ÖIAG-Anteile gegeben. Die ÖIAG kann sich vollständig oder teilweise von ihren AUA-Anteilen trennen, 25 Prozent plus eine Aktie sollen allerdings in österreichischer Hand bleiben. Mit einer solchen Sperrminorität könnten wichtige Beschlüsse eines künftigen ausländischen Mehrheitsaktionärs verhindert werden. Noch ist offen, ob sich genügend private Investoren für die AUA finden, oder ob die ÖIAG selbst als Kernaktionär einen Viertelanteil an der AUA behalten wird.

Die AUA ist nach Ansicht ihres Hauptaktionärs ÖIAG alleine nicht mehr überlebensfähig. Die Airline hatte im Halbjahr einen Verlust von knapp 50 Mio. Euro eingeflogen, für das Gesamtjahr 2008 wird ein Verlust zwischen 70 und 90 Mio. Euro erwartet. Der aktuelle AUA-Chef Alfred Ötsch war unter der Prämisse angetreten, der AUA ein Überleben aus eigenständige Airline ("Stand alone-Strategie") zu ermöglichen.

Erwägungen der Turkish Airlines
Die Fluggesellschaft Turkish Airlines erwägt eine strategische Partnerschaft mit der zum Verkauf stehenden österreichischen Wettbewerberin Austrian Airlines (AUA). "Wir sind prinzipiell an einem Kauf von Anteilen an Austrian Airlines interessiert. Eine Entscheidung haben wir aber noch nicht getroffen", sagte Turkish-Airlines-Chef Temel Kotil in einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC-E.

Symbolische Beteiligung der WKÖ
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) schließt eine Beteiligung an einem geplanten Österreich-Konsortium, das die Sperrminorität an der AUA übernehmen soll, nicht aus. Es würde dabei aber "nicht um eine substanzielle Beteiligung, sondern um die Symbolik" gehen, sagt WKÖ-Präsident Leitl im akutellen "News".

(apa/red)