Start ins Jahr eins nach Felix Gottwald:
Kombinierer suchen neues Erfolgsrezept

"Über gute Wettkämpfe Selbstvertrauen tanken" Mehrere ÖSV-Kandidaten für Weltcup-Stockerlplätze

Start ins Jahr eins nach Felix Gottwald:
Kombinierer suchen neues Erfolgsrezept

Medaillen-Sammler Felix Gottwald ist nach seinem Rücktritt nur noch als Co-Kommentator des ORF dabei, wenn die Nordischen Kombinierer am Freitag in Kuusamo (FIN) in die Saison 2007/08 starten. Der Salzburger hat als Führungspersönlichkeit stets viel Druck vom Team genommen, doch nun sind mehrere Athleten bereit, in seine Fußstapfen zu treten. Von einem Angriff auf den Gesamt-Weltcup will Cheftrainer Alexander Diess aber noch nicht sprechen, er hat die ab 2009 kommenden Großereignisse im Visier.

Christoph Bieler, im vergangenen Winter mit drei Erfolgen der erfolgreichste ÖSV-Kombinierer, sieht seine Kollegen Mario Stecher und David Kreiner ebenso wie sich selbst in einer guten Position. "Jeder von uns hat die Möglichkeit, auf dem Stockerl zu stehen", sagte der Tiroler. Er hat versucht, seine Stärke im Springen beizubehalten und hart an einer weiteren Steigerung im Langlauf gearbeitet. "Das Ziel muss sein, an die Siege anzuschließen, aber das muss ich erst beweisen", erklärte der 30-Jährige. Ein Top-10-Platz in Kuusamo, wo er noch nie ganz vorne war, wäre für ihn eine gute Basis.

Kreiner hat einen erfolgreichen Sommer hinter sich und startet als Gesamtsieger des Grand-Prix mit viel Selbstvertrauen in den Weltcup. "Ich habe super trainert und im Sommer viele gute Sprünge gezeigt. Da ist die Chance groß, dass es auch im Wettkampf klappt", meinte der 26-Jährige. Die Konstanz sei da, das stimme ihn zuversichtlich.

"Ich bin ein Kombinierer, ich kann in beiden Disziplinen vorne dabei sein", sagt der Ex-Junioren-Weltmeister, der sich durch eine Zahnwurzelbehandlung kurz vor dem Auftakt nicht bremsen lassen will. "Vergangenen Winter war ich mit Plätzen zwischen sieben und zehn zufrieden, nun will ich noch einen Schritt nach vorne machen." Der Staatsmeister möchte dorthin zurück, wo er vor seinem schweren Bergunfall (August 2001) als Weltcup-Zweiter von Liberec 2001 schon war.

Individuell bestmögliche Platzierung
Für Cheftrainer Diess zählen weniger die Platzierungen als die individuell bestmögliche Leistung. Jeder im Team habe Top-10-Potenzial, sagt er, doch wichtiger sei das große Bild. "Wir wollen über gute Wettkämpfe Selbstvertrauen tanken und die Voraussetzung schaffen, dass wir bei kommenden Großereignissen wieder ganz vorne mitmischen", betonte der Oberösterreicher.

Im Gesamt-Weltcup sei einiges möglich, als Favoriten wollte er vorab aber keinen seiner Athleten bezeichnen. "Das ist nicht das vorrangige Ziel, wir schauen von Wettkampf zu Wettkampf", meinte Diess. Denn die Konstanz des vierfachen Gesamtsiegers Hannu Manninen (FIN) oder von Magnus Moan (NOR) sei nur schwer zu übertreffen. Es liegt an Bieler und Co., den Coach eines Besseren zu belehren.
(apa/red)