Stark aschehaltiges Geschenk des Himmels:
Wer bei der Sperre des Flugraums absahnt

Bundesbahnen freuen sich über sattes Umsatzplus Hotels reagieren auf Ansturm mit Preiserhöhungen

Stark aschehaltiges Geschenk des Himmels:
Wer bei der Sperre des Flugraums absahnt © Bild: Reuters/Hartmann

Des einen Leid, des andren Freud'? Während Flughäfen und Airlines quer durch Europa unter den millionenschweren Verlusten des Vulkanasche-Wochenendes stöhnen, darf man sich andernorts bald die Hände reiben: Nicht nur Zuglinien, Busunternehmen und einzelne Taxifahrer haben ein gelungenes Wochenende hinter sich - auch Hotelbetreibe haben vermutlich schon ein Kerzlein für die nächste Aschewolke angezündet.

40 Prozent mehr Umsatz in Innsbruck, doppelt so viele Fahrgäste in Wien - die ÖBB darf das vergangene Wochenende mit Fug und Recht als gelungen bezeichnen. "Pro Tag nutzten 18.000 bis 20.000 Leute in Wien zusätzlich zu einem normalen Wochenende die Bahn", erläutert ÖBB-Pressesprecher Thomas Berger die Umsatzentwicklung gegenüber NEWS.at. Um allerdings gleich hinzuzufügen, dass man „nicht auf ökonomische Bedingungen geschaut“ habe, sondern sich bemühte, das Mobilitätsbedürfnis der Menschen zu befriedigen."

Natürlich steht den zusätzlichen Einnahmen ein großer Kostenaufwand gegenüber, der Personalaufwand, Materialeinsatz und weitere außerordentliche Ausgaben umfasst. Und auch wenn es "für eine erste Bilanz zu früh" ist, wie Berger betont - unterm Strich wird zweifellos ein sattes Plus stehen.

Satte Gewinne bei Hotels
Über zusätzliche Einnahmen dürfen sich auch die Hotels freuen, die nahezu ausgebucht sind: Im unweit des Flughafen Wiens gelegenen Hotel Reinisch rechnet Direktor Eder bereits mit einem kräftigen Gewinn: "Auf's Monat gerechnet werden wir sicher ein Umsatzplus von 10 bis 20 Prozent haben." Das ist nicht nur der guten Buchungslage zu verdanken: "Die Preise wurden unwesentlich verändert", sagt Eder und meint damit 10 bis 20 Prozent Aufschläge. Auch beim Eurohotel in Fischamend wird gegenüber NEWS.at bestätigt: "Die Preise wurden eine Spur erhöht."

Für die Hotels ist die Rechnung in jedem Fall aufgegangen: Mit den Airlines bestehende Unterbringungsverträge sorgten für einen Zustrom an Hotelgästen, die in Wien aufgrund des Flugverbots gestrandet waren und von ihren Fluglinien mit Vouchern für die Hotelunterbringung versorgt wurden.

Taxler klagen
Auf einen ähnlichen Zustrom hofften viele Taxler vergeblich: "Da wird etwas hochgebauscht", ärgert sich der Wiener Taxi-Unternehmer Müllner über Berichte von sagenhaft teuren Taxi-Fahrten nach Prag oder Innsbruck. "Natürlich war die eine odere andere längere Fuhr dabei", erläutert Müllner, "das war allerdings im Promillebereich. In Wirklichkeit verlieren wir täglich Fahrten vom und zum Flughafen. Und eine Fahrt nach München macht das Kraut nicht fett", so der Taxi-Boss.

War das Wochenende also trotz Aschewolke und totalem Flugstopp also wie jedes andere? Christian Gerzabe dementiert: "Es gab einen Ausnahmezustand." "Und zwar wegen des Vienna City Marathon", so der Obmann der WK-Fachgruppe Beförderungsgewerbe.
(mei)

Kommentare

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Hotels nutzen schamlos diese Situation aus! Da werden Preise ohne Mehrwert erhöht und aus einer
Krise mächtige Gewinne gemacht? Das ist meiner Meinung
nach reiner Betrug! Mehrkosten ohne Mehrwert!

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Re: Hotels nutzen schamlos diese Situation aus! Bloedsinn, sowas nennt sich Yield Management
dass ist ganz normal, mehr Nachfrage hoehere Preise.

dass ist nicht nur an solchen tagen so sondern ist Gang und Gebe 365 Tage im Jahr!!!!!!!!!!!!!

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