Star-Figaro von

Erich Joham: "Jeder Friseur hat
die Kunden, die er verdient"

Star-Figaro - Erich Joham: "Jeder Friseur hat
die Kunden, die er verdient" © Bild: Copyright 2019 Matt Observe - all rights reserved.

Den Weltkünstlern Franz West und Arnulf Rainer kreierte Erich Joham die markanten Frisuren. Falco las bei ihm Mickey Maus und ließ sich frisieren. Und Elfriede Jelinek, der er Dauerwellen legte, gratuliert zum Siebziger

Die Nobelpreisträgerin bringt die Qualitäten von Erich Joham auf den Punkt: "Erich ist ein Original, aber eins, von dem es keine Kopien geben kann. Friseur ist er aber auch", übermittelt Jelinek (s. Seite 68). Die Worte einer Schriftstellerin und ehemaligen Kundin von Erich Joham, der am 17. Mai den 70. Geburtstag feiert. Ohne ans Aufhören zu denken: Noch heute schneidet, kämmt und fassoniert er beharrlich bis in die Abendstunden.

Jelinek, Heller und Falco

Seit 1988 führt er in der Wiener Innenstadt per Adresse Griechengasse 7 seinen "Salon Er-Ich". Leicht zu finden ist das Lokal nicht: Das braune Schild mit den goldenen Lettern, das an der Mauer des heute denkmalgeschützten Hauses prangt, wird oft übersehen, wenn man vom Schwedenplatz die steilen Stufen des Hafnersteigs in Richtung Fleischmarkt erklimmt. "Ich war der Erste, der sich getraut hat, einen Salon zu eröffnen, der kein Portal hat", erinnert sich Joham. Das wäre riskant gewesen, hätte er damals nicht schon eine beträchtliche Klientel verbucht, die ihm überallhin folgte. Wie das kam, erzählt er an jenem Tisch, der in den vergangenen dreißig Jahren stummer Zeuge kulturhistorischer Begegnungen wurde.

Das verwinkelte Gewölbe suchen viele nicht nur um ihres Haupthaars Willen. Noch heute erinnert sich Joham, wie sich die spätere Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek mit der Kollegin Elfriede Gerstl in seinen Räumen eine Kardinalschnitte teilte und über Mode parlierte. Den Schriftsteller Wolf Wondratschek inspirierte Joham schon anno 2002 zum Roman "Mozarts Friseur"(seit Kurzem in einer Neuauflage bei Ullstein erhältlich). Für Künstler wie Arnulf Rainer, Franz West und Padhi Frieberger war die Ecke neben der Eingangstür zu einer Art Stammtisch geworden.

Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen News Ausgabe Nr. 18/19

Kommentare