Staphylokokken-Lebensmittelvergiftung: Bakterien setzten Eisenstädter Schülern zu

Hühner-Panier oder Reis als Ansteckungsquelle

Zum Auslöser der Massenerkrankung von über 100 Schülern am 21. September in Eisenstadt gibt es weitere Erkenntnisse: Als Ursache für die damals am Nachmittag schlagartig aufgetretenen Beschwerden wurde eine Staphylokokken-Lebensmittelvergiftung festgestellt, teilte der burgenländische Gesundheitslandesrat Peter Rezar in einer Aussendung mit. Als Übertragungsquelle seien die Panier des damals zu Mittag servierten Geflügels oder - mit geringerer Wahrscheinlichkeit - der Reis festgestellt worden.

Dieses Ergebnis habe die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) mitgeteilt. Der plötzliche, in einigen Fällen heftige Krankheitsausbruch - mit Übelkeit, Bauchkrämpfen, Erbrechen, Durchfall, niedrigem Blutdruck und sogar Kollaps - sowie die Intensität der Krankheit und die hohe Frequenz der Krankenhausaufnahmen würden eine bakterielle Lebensvergiftung als Ursache belegen, so Rezar. Als weitere Indizien gelten die sehr kurze Dauer der Krankheit - nicht länger zwei Tage - und der kurze Abstand zwischen der Nahrungsmittelaufnahme und dem Ausbruch der Krankheit.

Von den 240 Konviktbewohnern wiesen laut Rezar damals 113 Personen Erkrankungssymptome auf, betroffen waren 111 Schüler, ein Lehrer sowie eine Küchenkraft. 103 der Erkrankten erbrachen, 80 litten an Durchfall, 28 Personen hatten Fieber. Mehr als der Hälfte (77) bekamen Bauchkrämpfe, bei 60 Patienten kam es zu Kreislaufschwäche.

Insgesamt seien 101 Personen in Spitäler eingeliefert worden. Die mittlere Aufenthaltsdauer im Krankenhaus habe einen Tag betragen, insgesamt habe sie bei ein bis drei Tagen gelegen.

Zwar habe die Zahl der Staphylokokken im untersuchten Reis nicht die erforderliche Schwelle (10 hoch 5 pro Gramm) überstiegen, um als Auslöser zu gelten. Auch sei in keinem der sichergestellten Lebensmittelreste (im gekochten Reis bzw. den panierten Hühnerflügeln) Enterotoxin (von Staphylokokken produziertes Gift, Anm.) gefunden worden. Dennoch wiesen der Abstand zwischen der Nahrungsaufnahme und dem Ausbruch der Symptome sowie der Nachweis von Staphylokokken (Staphylococcus aureus-Bakterien) auf eine Staphylokokken-Lebensmittelvergiftung hin.

Bei der Untersuchung einzelner Stuhlproben wurden auch Noroviren festgestellt. Dabei dürfe es sich aber um einen Zufallsbefund handeln, hieß es aus dem Büro des Landesrates. Denn für eine Infektion mit Noroviren sei der Krankheitsausbruch zu rasch erfolgt.

(apa/red)