Standing Ovations für Legende Agassi:
Zweifacher Sieger der US Open kehrt zurück

Gatte von Steffi Graf für seine Sozialarbeit geehrt Federers Paris-Triumph: "Freude, das zu sehen"

Standing Ovations für Legende Agassi:
Zweifacher Sieger der US Open kehrt zurück © Bild: Reuters

Ganz wie in alten Zeiten: Andre Agassi, der US-Open-Sieger 1994 und 1999, ist am Montagabend im Eröffnungsteil der Night Session der US Open ins Arthur-Ashe-Stadion zurückgekehrt und dabei mit Ovationen seines Publikums überhäuft worden. Der achtfache Grand-Slam-Sieger wurde als einer von vier Athleten für ihre Sozialarbeit geehrt.

Agassi wurde ebenso wie der frühere Basketballer David Robinson, Football-Quarterback Doug Flutie und die Fußballerin Mia Hamm geehrt. Doch in "seinem" Stadion war es freilich Agassi, der die Standing Ovations erhielt. "Ich habe diesen Platz über die Jahre mit vielen großen Athleten geteilt, aber ich bin besonders stolz, ihn heute nicht nur mit tollen Athleten zu teilen, sondern auch Menschen, die großartige Arbeit leisten", sagte Agassi.

Er selbst hatte schon 24-jährig, als er 1994 seinen ersten US-Open-Titel gewonnen hatte, die "Andre Agassi Foundation" gegründet, um die Ausbildung von unterprivilegierten Kindern in seiner Heimatstadt Las Vegas zu verbessern. Im Juni hat die "Andre Agassi Akademie zur College-Vorbereitung" die erste "senior class" hervorgebracht und es gab eine hundertprozentige Aufnahme-Rate auf das College.

Agassi ist sehr stolz auf seine Foundation. "Es hat kein einziges Match, kein einziges Turnier, keine einzige Leistung auf dem Tennis-Court gegeben, die der Erfüllung, die ich fühle, auch nur nahe kommt, was unsere Foundation tut", sagte der mittlerweile 39-Jährige Ehemann von Steffi Graf, der seine Karriere vor drei Jahren an diesem Schauplatz beendet hatte.

Millionen für die Sozialarbeit
"Der einzige Weg, um systematische Änderungen zu schaffen, ist die Ausbildung. Um den Kids die Werkzeuge selbst in die Hand zu geben." Nicht jeder ist eben so talentiert und hat gleichzeitig auch den nötigen Hintergrund in der Familie. Jedes Jahr lukriert Agassi bei einer Charity-Veranstaltung Millionen für sein Projekt. Und er wird weitermachen, hätte auch nichts gegen weitere Schulen mit diesem Prinzip.

Seine eigenen beiden Kinder würde er nicht in diese Schule schicken. "Ich würde die Plätze zwei Kindern wegnehmen, die diese wirklich brauchen. Es ist zu wichtig für mich, dass diese Schule Kindern hilft, die die Gesellschaft schon abgeschrieben hat oder von denen man einfach annimmt, dass sie ohnehin keine Chance haben."

Freude bei Federers Triumph
Auf APA-Anfrage äußerte sich jener Mann, der als einer von nur sechs Spielern den "Karriere-Grand-Slam" geschafft hat, auch zu Roger Federers Lauf in Paris und Wimbledon. "Es war einfach eine Freude, das zu sehen. Es wäre ein Verbrechen gewesen, hätte er Paris nie gewonnen", erklärte Agassi. Wäre da nicht ein "wilder Bursche aus Mallorca" gewesen, dann hätte Federer wahrscheinlich zwei Grand Slams, alle vier Majors im gleichen Jahr, gewonnen, ist Agassi überzeugt.

(apa/red)