Stallpflicht ab 12. Mai gelockert: Geflügel- Züchter zufrieden - Ausnahme Risikogebiete

"Zeichen gesetzt, Problem nun öffentlich diskutiert" Risikogebiete Bad Radkersburg, Feldbach & Hartberg

Auf große Zufriedenheit bei den steirischen Geflügelzüchtern ist die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, die Stallpflicht ab 12. Mai zu lockern, gestoßen. Befürwortet wird dies auch von Freilandeier-Großbauer und "Rebell" Toni Hubmann: "Wir sind mit der Vorgehensweise der Expertengruppe zufrieden". Auch wenn ein großer Teil der Freilandhühner in Risikogebieten in der Steiermark trotzdem noch im Stall bleiben muss.

Die Stallpflicht soll nur noch dort aufrecht bleiben, wo man ein Vogelgrippe-Risiko befürchtet - innerhalb eines Kilometers entlang jener Fluss- und Seeufer, wo H5N1-Fälle aufgetreten sind, also entlang der Mur und Mürz. In den steirischen Bezirken Bad Radkersburg, Feldbach und Hartberg müsse die Stallpflicht außerdem wegen der hohen Geflügeldichte - mehr als 750 pro Quadratkilometer - bestehen bleiben, hieß es aus dem Büro von Agrar-Landesrat Josef Seitinger (V). Dort gebe es besonders viele große Geflügelbetriebe und deswegen bestehe eine erhöhte Ansteckungsgefahr bei einem möglichen Ausbruch der Vogelgrippe.

"Durch unsere Aktion haben wir ein Zeichen gesetzt und wir sind froh, dass unser Problem nun öffentlich diskutiert wurde", so der Eier-Großproduzent. Eine Unterteilung der Gebiete in verschiedene Gefährdungsstufen halte er für sinnvoll: "Die Sicherheit des Konsumenten steht im Vordergrund".

"Froh über die Lockerung", zeigte sich auch der steirische Landwirtschaftskammerpräsident Gerhard Wlodkowski in einer Aussendung. Gleichzeitig bezeichnete es der Bauernfunktionär als "schmerzlich für die Freilandhalter der geflügelstärkeren Bezirke Hartberg, Radkersburg und Weiz", dass dort die Stallpflicht vorerst noch bestehen bleibe. Die Hühner könnten aber im ausgewiesenen Risikogebiet im Freien gehalten werden, wenn der Auslauf entsprechend überdacht ist und jeglicher Kontakt etwa über einen entsprechenden Zaun zu Wassergeflügel unterbunden ist. Wlodkowski hofft auf eine generelle Aufhebung der Stallpflicht Ende Mai/Anfang Juni. Zudem appellierte der Kammerpräsident an das Verantwortungsbewusstsein der Landwirte und Hühnerhalter: Es dürfe kein Risiko eingegangen werden und die Verordnung müsse daher eingehalten werden.

Zu der neuen Verordnung hatte man sich Mittwochabend im Gesundheitsministerium geeinigt. Hubmann erklärte gegenüber der APA, es seien keine Vertreter der Geflügelzüchter bei dem Treffen in Wien dabei gewesen. Doch laut Ministerium waren neben den eigenen Experten, jenen der Veterinärmedizinischen Universität, der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) alle neun Landesveterinärdirektoren und Vertreter der Geflügelwirtschaft bei einer Sitzung dabei.

Nach strittiger Debatte haben sich auch in Deutschland Bund und Länder auf eine regional begrenzte Stallpflicht verständigt. "Das Risiko der Vogelgrippe in Deutschland ist nach wie vor hoch", sagte der deutsche Agrarminister Horst Seehofer am Donnerstag in Berlin. Das Federvieh muss zwar über den 15. Mai hinaus zunächst unbefristet in den Ställen bleiben. Die Stallpflicht gilt aber nur noch für Gebiete mit infizierten Wildvögeln, Regionen mit hoher "Geflügeldichte" und für Feuchtgebiete. (apa/red)