Städtische schluckt Anteile der BAWAG: Versicherung zieht bei AUA-Kapitalspritze mit

Wird nach Kapitalerhöhung rund 2 Prozent halten Geyer: Noch andere Unternehmen als AUA-Aktionäre!

Die Wiener Städtische Versicherung (Vienna Insurance Group) wird bei der geplanten Kapitalerhöhung der börsenotierten Austrian Airlines (AUA) im Ausmaß ihres Anteils mitziehen und darüber hinaus auch Teile des BAWAG-Anteils zeichnen, kündigte der Generaldirektor der Versicherung, Werner Geyer, im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien an. Zum bestehenden Anteil von 1,5 Prozent kämen noch rund 0,5 Prozent der BAWAG hinzu, da die BAWAG nur teilweise mitziehen werde. Die Wiener Städtische werde somit in Zukunft rund 2 Prozent an der AUA halten, so Geyer.

Er hoffe, dass sich auch andere heimische Unternehmen - auch außerhalb der Versicherungen - an der Kapitalerhöhung beteiligen werden. Derzeit sei die Wiener Städtische die einzige Versicherung, die sich um den Österreich-Standort Gedanken mache.

Die Städtische verfolge generell das Ziel, sich strategisch an für den Wirtschaftsstandort Österreich bedeutenden Unternehmen mit einem bis zu acht Prozent zu beteiligen, so Geyer. Die Fluglinie sei derzeit in einer schwierigen Situation, stelle aber für Ostösterreich einen sehr wichtigen wirtschaftlichen Faktor dar, etwa für den Tourismus. Auch aus Gründen der Umwegrentabilität sei es wichtig, Firmen in Österreich zu behalten. Ein Sitz im Aufsichtsrat der AUA sei kein Ziel.

Der neue AUA-Chef Alfred Ötsch habe ein gutes Grundkonzept, so Geyer, die Leitung des Unternehmens sei derzeit aber schwierig, einige Themen wie die vielen Kollektivverträge seien zu bereinigen.

Größter Einzelaktionär der AUA ist die ÖIAG, die derzeit 39,7 Prozent hält. Die AUA hat eine 350 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung angekündigt, die noch heuer umgesetzt werden soll. Die ÖIAG will dabei im Ausmaß ihrer Anteile mitziehen.

Um eine für die Landerechte im internationalen Flugverkehr relevante österreichische Mehrheit aufrechtzuerhalten, hat die ÖIAG vor Jahren mit mehreren Partnern, darunter große Finanzinstitute wie Raiffeisen, BAWAG und Wiener Städtischer Versicherung - und einst auch mit der Bank Austria - ein Syndikat gebildet, das gemeinsam über 50 Prozent an der AUA hält und sich auch im Stimmverhalten abstimmt. Auch diese Syndikatspartner der ÖIAG werden sich an der Kapitalerhöhung beteiligen. Der Rest der neuen Aktien soll im Freihandel platziert werden.

BAWAG: "Wir nehmen teil"
Die BAWAG P.S.K. wollte auf Anfrage keine Details hinsichtlich ihrer Teilnahme an der noch für heuer geplanten AUA-Kapitalerhöhung abgeben. "Wir nehmen teil", so BAWAG-Sprecher Thomas Heimhofer. Weitere Details gebe die Bank nicht bekannt, da es sich um ein laufendes Kapitalmarktverfahren eines börsenotierten Unternehmens handle.

Wie berichtet hat Wiener Städtische-Chef Günter Geyer im Klub der Wirtschaftspublizisten gesagt, die Wiener Städtische werde im Zuge der Kapitalerhöhung bei den Austrian Airlines (AUA) einen Teil der der BAWAG zustehenden AUA-Anteile übernehmen. Der Anteil der Versicherung werde sich nach der Kapitalerhöhung um 0,5 Prozentpunkte auf rund 2 Prozent erhöhen. (APA/red)