EU-Wahl von

Stadler: "Habe Missionsauftrag"

REKOS-Spitzenkandidat will "Militärunion" verhindern und tritt für "Lebensschutz" ein

Ewald Stadler © Bild: APA/Herbert Neubauer

REKOS-Spitzenkandidat Ewald Stadler tritt bei der EU-Wahl für die Verhinderung einer "Militärunion", die Schaffung einer Kerneurozone und den "Lebensschutz" ein. Als christlicher Politiker habe er außerdem einen Missionsauftrag zu erfüllen, sagt er im APA-Interview.

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Die Finanz- und Bankenkrise will Stadler bewältigen, "indem man dem Finanz- und Bankensektor wirklich Regeln aufoktroyiert". Auch der "Rückbau" von EU-Organen ist ihm ein Anliegen: Das EU-Parlament etwa will Stadler auf eine Delegiertenversammlung von Abgeordneten, die aus den nationalen Parlamenten entsandt werden, reduzieren, die ausschließlich Beratungskompetenzen hat.

"Nicht mit Kleinstproblemen beschäftigen"

Die EU solle sich nicht mit "Kleinlösungen für Kleinstprobleme beschäftigen", der Finanzsektor und die Energieversorgung müssten aber europaweit geregelt werden. "Durchaus vernünftige Regelungen" könne die EU außerdem im Patentrecht, im Urheberschutz und beim Schutz der Anonymität bieten. In Bezug auf die Währung wünscht sich Stadler eine Kerneurozone, der neben Österreich Deutschland, die Niederlande, Finnland und Luxemburg angehören sollten. Ein EU-Austritt Österreichs im Alleingang "wäre volkswirtschaftlicher Selbstmord mit Anlauf".

Stimmen erhofft er sich in erster Linie von "frustrierten ÖVP-Wählern", aber auch von FPÖ-Wählern, "die bisher mit Nase zuhalten und Zähne zusammenbeißen und Augen zu machen die Freiheitlichen gewählt haben, weil sie keine andere Alternative hatten". Die FPÖ mache "praktisch für jedes Problem, das in Österreich erkannt wird, den Ausländer verantwortlich", so der ehemalige FPÖ-Politiker. "Das ist eine so plumpe und primitive Art der Politik, die einfach auch mit dem fehlenden Intellekt des Parteichefs zu tun hat."

"Respektvoller, ehrlicher Umgang" mit Migranten

Er selbst pflege einen "respektvollen, ehrlichen Umgang" mit Migranten: "Der ehrliche Dialog setzt auch voraus, dass ich dem anderen klar sage, du befindest dich mit deiner Religion im Irrtum." Als christlicher Politiker habe er einen Missionsauftrag zu erfüllen: "Das ist eine Aufgabe, die jeder Christ hat, unabhängig davon, ob er politisch tätig ist oder nicht", so Stadler. "Missionierung heißt ja nicht, einen anderen unter Zwang zu setzen", sondern man müsse versuchen, die "Frohbotschaft zu vermitteln". "Letztlich ist es auch ein Werk Gottes, ob das wirkt oder nicht."

Sollte der Einzug ins EU-Parlament gelingen, sei das der Auftrag, "sofort mit der Vorbereitung der Nationalratswahl" zu beginnen. Auch im Falle eines Scheiterns gehe er davon aus, dass das "Projekt Reformkonservative weiter existiert". Sollte er den Einzug verfehlen, würde er Straßburg und Brüssel jedenfalls nicht vermissen: "Ich habe weder Straßburg noch Brüssel bisher vermisst, wenn ich abgereist bin", erklärt Stadler. Straßburg selbst sei "eine charmante kleine Stadt, Brüssel ist nicht einmal charmant".

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