Staatsbegräbnis in Viareggio: Nationaler Trauertag für Todesopfer des Zugunglücks

Präsident Napolitano wohnte der Trauerfeier bei 22 Menschen wurden bei Waggon-Explosion getötet

Staatsbegräbnis in Viareggio: Nationaler Trauertag für Todesopfer des Zugunglücks

Bei sengender Hitze haben sich tausende Menschen im Stadion der toskanischen Ortschaft Viareggio versammelt, um sich von den Opfern des schweren Bahnunglücks vor einer Woche zu verabschieden. Unter Applaus wurden die Särge von 15 der 22 Opfer von der Aufbahrungskammer zum Stadion gebracht, in dem der Erzbischof der Provinz Lucca, Italo Castellani, das Staatsbegräbnis zelebrierte.

Die Leichen von sieben marokkanischen Opfer wurden bereits in ihre Heimat überführt. Die Aufbahrungskammer, in der die Särge aufgestellt waren, wurde von 30.000 Personen besucht.

Startenor Andrea Bocelli sang
Am Staatsbegräbnis beteiligten sich der italienische Präsident Napolitano, die Parlamentspräsidenten Fini und Schifani, sowie mehrere Minister der italienischen Regierung und EU-Verkehrsminister Tajani. In Viareggio waren alle Geschäfte gesperrt. Die sonst belebten Strände der renommierten Badeortschaft am Thyrrenischen Meer waren leer. Der aus der Toskana stammende Startenor Andrea Bocelli sang in Begleitung des Orchesters und des Chors der Ortschaft für die Opfer Mozarts "Ave Verum Corupum".

136 Personen obdachlos
Inzwischen besserte sich der Zustand der 15 Verletzten, die sich noch in Krankenhäusern der Gegend befinden. Sie wurden am Dienstag von Staatspräsident Napolitano besucht. 136 Personen, die in Wohnungen rund um den Bahnhof wohnten, sind nach der Explosion obdachlos. Mehrere von der Explosion beschädigte Gebäude müssen abgerissen werden.

Im Bahnhof des westtoskanischen Urlaubsortes war vor einer Woche aus noch unbekannter Ursache ein mit Flüssiggas betankter Kesselwaggon der in Wien ansässigen Firma Gatx Rail Europa explodiert. Durch die Wucht der Explosion wurden zahlreiche Häuser in der Umgebung zerstört. Experten vermuten, dass ein Achsbruch an dem Tankwaggon das Inferno ausgelöst hat. (apa/red)