Staatsangelegenheit: Präsident Lula setzt Brasiliens Team unter Druck - Erwarten Titel

Unter anderem Ruhe und Hühnersuppe verordnet Über Ronaldo: "Ist er nun zu dick, oder nicht?"

Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hat in einer Videoschaltung die Fußball-Nationalelf seines Landes kurz vor WM-Beginn unter neuem Erwartungsdruck gesetzt. "Niemand akzeptiert hier die Möglichkeit, dass Brasilien nicht Weltmeister wird", sagte der linksgerichtete Staatschef zu Trainer Carlos Parreira, Mannschaftskoordinator Mario Zagallo und Kapitän Cafu. Darüber herrsche in Brasilien eine Einstimmigkeit, die er in seinem Leben noch nie gesehen habe.

Lula konnte sich einen Seitenhieb auf Sturmstar Ronaldo nicht verkneifen. "Ist er nun zu dick, oder nicht?", fragte er. Parreira antwortete diplomatisch: "Er (Ronaldo) ist sehr stark. Er ist nicht mehr der kleine Junge von damals (der WM 1994)".

Die sportliche Phase der Mannschaft von Titelverteidiger Brasilien würdigte Lula, der bei der Schaltung neben Frau Marisa und Sportminister Orlando Silva saß, als "magisch". Er empfahl den Spielern der "Selecao", die Ruhe zu bewahren. "Ruhe und Hühnersuppe sind nie jemandem schlecht bekommen", sagte der Staatschef und frühere Gewerkschaftsführer in seiner typischen Art.

Coach Parreira beruhigte Lula und versicherte: "Mit Arbeit und Seriosität können wir die Erwartungen erfüllen". Man werde sich der Welt stellen, die Brasilien besiegen wolle. Cafu ergänzte, alle Spieler seien ruhig. Auch die jüngeren Nationalspieler seien bereits sehr erfahren.

(apa)