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Olympia-Generalprobe in St. Moritz?

Letzte Abfahrt vor Olympia noch nicht fix. Franz und Mayer pochen auf Startplätze.

SWITZERLAND ALPINE SKIING WORLD CUP © Bild: APA/EPA/Klaunzer

Sollte das Wetter mitspielen, steigt am Samstag in St. Moritz und damit acht Tage vor dem Olympia-Rennen die Abfahrts-Generalprobe für Sotschi. Nach der Absage des zweiten Trainings wegen der Neuschnee-Massen hoffte man in der Schweiz auf die prognostizierte Niederschlagspause. Im Lager der sieben ÖSV-Olympia-Abfahrer war der Kampf um die Startplätze für Sotschi das Begleitthema. Aktuelle Info: Derzeit ist allerdings noch nicht klar, ob das Rennen stattfinden kann, es wurde bereits der Start zwei Mal verschoben. Laut derzeitigem Plan soll dieser um 14.00 Uhr stattfinden.

"Ich freue mich auf St. Moritz, da bin ich noch nie gefahren", sagte Max Franz, für den der für Garmisch eingesprungene und meist den Damen vorbehaltene Nobel- und Ferienort in der Schweiz Neuland ist. Der Kärntner ist wie sein engerer Landsmann Matthias Mayer überzeugt, in Russland am Abfahrtsstart zu sein. "Ich halte eine Qualifikation für entbehrlich, so etwas braucht keiner", rechnet der Kärntner mit einem "gewissen Bonus." Die - trotz zweier Torfehler - "Bestzeit" im einzigen Moritz-Training vor Bode Miller (USA) und Mayer gab ihm recht.

Mayer denkt deshalb ähnlich. "Man braucht sich ja nur die letzten Ergebnisse anschauen. Da war ich eigentlich immer unter den besten drei Österreichern und da war Hannes Reichelt noch dabei", geht der Afritzer davon aus, in Russland keine Qualifikation fahren zu müssen fahren.

Einstellen auf "interne" Qualifikation

Allerdings hat die ÖSV-Führung auch nach dem bitteren Aus für den Team-Primus Reichelt noch keine Zusicherungen gemacht, damit sind auch die restlichen fünf Fahrer noch im Rennen. Romed Baumann ist aber wie Klaus Kröll bewusst, dass eine Olympia-Ausscheidung vor Ort kaum zu verhindern ist. "Ich kann nur hoffen, dass die bisherigen Ergebnisse nicht viel zählen und man wie bei der WM vor einem Jahr in Schladming schaut, wer mit der Piste dort am besten zurechtkommt. Sonst schaut's für mich eher traurig aus", weiß Baumann.

Ähnlich denkt Kröll. Der steirische Routinier fährt nach einigen Stürzen und Verletzungen nicht in der gewohnten Form. "Wenn kein Wunder in Form eines Topplatzes hier in St. Moritz passiert, bin ich auf eine Quali eingestellt. Das ist aber für mich kein großes Problem. Wenn du die Qualifikation nicht schaffst, hast du eh keine Chance auf eine Medaille", gab sich der ehemalige Weltcup-Abfahrtssieger vor dem Rennen am Samstag (11.45 Uhr, live ORF 1) abgeklärt. Ein Wetter wie in diesem Winter habe er aber in 13 Weltcupjahren "noch nicht erlebt."

"Überraschen" neues ÖSV-Motto?

Ohne Druck können die restlichen drei bei der siebenten Saisonabfahrt an das Thema herangehen. "Ich fahre ohne Erwartungen nach Sotschi", sagte der für Reichelt ins Team gerutschte Joachim Puchner. "Es tut mir irrsinnig leid um den Hannes. Aber ich freue mich natürlich, dabei sein zu können. Ich kann nur überraschen."

Georg Streitberger ("Schade um Garmisch") und Otmar Striedinger ("Ich kann nur überraschen") haben ihre besseren Karten im Super-G. Vor allem Streitberger glaubt aber, dass ihm auch St. Moritz liegt. "Mit einem Super-Ergebnis hier könnte sich an der Ausgangsposition noch etwas ändern", ist der Salzburger überzeugt. Allerdings sind die Strecken im WM-Ort 2017 mit jener in Rosa Chutor kaum vergleichbar.

Svindal peilt Kristallkugel an

Der am Freitag in Maloja eingeschneite Weltcup-Führende Aksel Lund Svindal hoffte insoferne auf ein Rennen, als er nach dem Out von Reichelt schon am Samstag den entscheidenden Schritt tun kann, wie zuletzt Didier Cuche (2010 und 2011) seine Abfahrts-Kristallkugel erfolgreich zu verteidigen. 201 Punkte Vorsprung hat der Norweger auf den drittplatzierten Schweizer Patrick Küng. Behält er diesen, gehört die Kugel ihm, denn es stehen nur noch Kvitfjell und Lenzerheide auf dem Plan.

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