Sri Lanka von Terror- Serie überschattet:
Jüngster Anschlag forderte elf Todesopfer

Täter stieg aus einem Zug und zündete Sprengsatz Bürgerkrieg weitet sich im Land immer stärker aus

Sri Lanka von Terror- Serie überschattet:
Jüngster Anschlag forderte elf Todesopfer © Bild: EPA

Terroranschläge in Sri Lanka haben am Wochenende mindestens 29 Menschen das Leben gekostet. Offenbar weitet sich der bisher auf den Nordosten beschränkte Bürgerkrieg auf weitere Teile der Insel aus.

Bei dem Selbstmordanschlag auf den Hauptbahnhof von Sri Lankas Hauptstadt Colombo sind jüngsten Meldungen zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Nach Militärangaben wurden 100 weitere Personen zum Teil schwer verletzt, als sich am Sonntag eine Attentäterin auf dem Bahnhof Colombo-Fort im Zentrum der Metropole in die Luft sprengte.

Die Frau sei mit einem Zug in den streng bewachten Bahnhof gelangt, sagte Armeesprecher Udaya Nanayakkara. So habe sie die Sicherheitskontrollen an den Eingängen umgehen können. Vor dem 60. Unabhängigkeitstag Sri Lankas waren an allen öffentlichen Gebäuden Colombos die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal verschärft worden. Der Sprecher machte die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) für den Anschlag verantwortlich.

Bereits in der Früh waren bei der Explosion einer Handgranate im Zoo von Colombo acht Menschen verletzt worden. Nachdem Panik unter den Besuchern ausgebrochen war, hatte die Polizei den in einem Vorort gelegenen Tiergarten geschlossen. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat.

Zuvor waren bei einem Bombenattentat auf einen Bus in der Stadt Dambulla bis zu 20 Menschen getötet worden. Auch dafür machte die Regierung die LTTE verantwortlich. Die Rebellen kämpfen seit 1983 mit Waffengewalt für einen eigenen Staat der tamilischen Minderheit. Der Konflikt kostete bislang mehr als 75 000 Menschen das Leben. (apa/red)