Spritdiebe ließen Öl-Pipeline hochgehen:
Explosion kostet 27 Menschen das Leben

Mexiko: "Flüsse aus Feuer" in San Martin Texmelucan Dutzende Häuser und Autos komplett ausgebrannt

Spritdiebe ließen Öl-Pipeline hochgehen:
Explosion kostet 27 Menschen das Leben

Bei der Explosion einer Öl-Pipeline sind in Mexiko mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 50 verletzt worden. Das herausschießende Öl habe die Straßen der Stadt San Martin Texmelucan in "Flüsse aus Feuer" verwandelt, Dutzende Häuser seien zerstört oder schwer beschädigt, teilte die Regierung des Bundesstaates Puebla mit. Sie machte Treibstoff-Diebe für das Unglück verantwortlich.

"Eine kriminelle Bande hat die Leitung angezapft", sagte Pueblas Innenminister. "Wegen des hohen Drucks in der Leitung strömte das Öl unkontrolliert aus. Das Öl floss in die Straßen, dann gab es eine Explosion und auf einmal zogen Feuerbälle durch die Straßen." Experten des staatlichen Ölkonzerns Pemex trafen vor Ort ein, um die Ermittlungen zu den Ursachen zu unterstützen.

Nach Angaben des mexikanischen Innenministers Blake ist das Wohngebiet im Radius von drei Kilometern weitgehend zerstört. Unter den Toten waren demnach zwölf Kinder und Jugendliche. Doch könne sich die Zahl der Opfer weiter erhöhen. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht.

Apokalyptisches Stadt-Bild
Auch Stunden nach der Explosion bot der betroffene Stadtteil ein apokalyptisches Bild. Dutzende Häuser und Autos waren komplett ausgebrannt, die Straßen von einer immer noch rauchenden Schicht verbrannten Öls bedeckt. Die Behörden befürchteten, dass ein Teil des Öls in einen nahe gelegenen Fluss gelangt sein könnte.

Nach Angaben der Einwohner zapfen kriminelle Banden in der Region immer wieder Pipelines an, um das erbeutete Öl dann an Lastwagenfahrer zu verkaufen. Den Behörden zufolge hat sich der Öldiebstahl in den vergangenen Jahren vervielfacht. Die jährlichen Verluste schätzen sie auf rund 800 Millionen Dollar.

(apa/red)