Sprengstoff-Drohung in Klagenfurt: Polizei konnte Drama gerade rechtzeitig verhindern

26-jähriger Mann ließ sich zur Aufgabe überreden Ermittler fanden keinen Sprengstoff in der Wohnung

Sprengstoff-Drohung in Klagenfurt: Polizei konnte Drama gerade rechtzeitig verhindern

Ein 26 Jahre alter Klagenfurter hat damit gedroht, sich in die Luft zu sprengen. Der Mann hatte sich in einer Wohnung verbarrikadiert und war verkabelt, Sprengstoff war in der Wohnung jedoch keiner zu finden. Nach intensiven Verhandlungen gelang es der Polizei ihn zur Aufgabe zu bewegen. Das Motiv für seine Tat war vorerst nicht bekannt, der 26-Jährige dürfte aber psychische Probleme gehabt haben.

Polizei und Feuerwehr riegelten das mehrstöckige Wohnhaus gegenüber der bischöflichen Residenz in der Landeshauptstadt großräumig ab, das Gebäude wurde vorsichtshalber evakuiert. Danach begannen die Gespräche mit dem Klagenfurter, der 2003 bereits einmal als Bombenbastler vor Gericht gestanden war. Die Beamten schafften es mit Unterstützung der Mutter des Mannes, ihn zur Aufgabe zu überreden.

Körper war verkabelt
Wie sich herausstellte, hatte der 26-Jährige seinen Körper verkabelt und Zündkapseln angebracht, die Kabel waren an eine Batterie angeschlossen. "Es hätte nichts explodieren können, aber er hätte sich schwere Verbrennungen zufügen können", sagte Polizei-Oberstleutnant Gottlieb Türk gegenüber der APA.

Nachdem der Mann ins Zentrum für seelische Gesundheit am LKH Klagenfurt gebracht worden war, wurde die Wohnung durchsucht. Sprengstoff wurde nicht gefunden, dafür aber Zündmittel und "Zubehör", mit dem man Sprengstoff zünden kann. Anschließend durften die anderen Bewohner des Hauses wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Experimente mit Sprengstoff
Der junge Mann aus gutem Hause hatte im Sommer 2002 mit Sprengstoff experimentiert, er baute mehrere Bomben und brachte sie zur Explosion. Seine Aktivitäten flogen auf, weil er ausgerechnet einem verdeckten Ermittler der Polizei eine scharfe Rohrbombe übergab. Diese war mit Nägeln und Sprengstoff aus Bundesheerbeständen bestückt.

Im Jänner 2003 stand er vor Gericht, der Gutachter attestierte dem jungen Mann damals eine "soziale Störung". Dies war mit ein Grund dafür, dass es das Gericht bei einer Haftstrafe von 18 Monaten, sechs davon unbedingt, bewenden ließ. (apa/red)