Sprechstunde von

Leider kein Platz für Haustiere

Karin Gutiérrez-Lobos, Vize-Rektorin der Med Uni Wien, über Allergie gegen Tiere

Ein niedliches Kätzchen streicheln – und schon tränen die Augen, die Nase rinnt, Niesanfälle treten auf, oder es kommt gar zu Atemnot. Nicht wenige Menschen leiden an einer Haustierallergie. Das ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Eiweißmoleküle, die in Speichel, Talg, Schweiß oder im Urin der Tiere enthalten sind und an den Haaren haften. Am häufigsten treten diese Allergien bei Katzen, Hamstern und Meerschweinchen auf, aber auch bei Kontakt zu Mäusen, Vögeln, Ratten, Hunden und Pferden kann sie vorkommen.

Für Tierliebhaber ist die Diagnose meist ein schwerer Schlag. Glatte Fußböden, tägliches Saugen und feuchtes Wischen, Wäschewaschen mit 60 Grad, das Tauschen von Polstermöbeln gegen Ledersofas sowie absolutes Übernachtungsverbot für Tiere im Schlafzimmer reduzieren die Allergenbelastung. Bei Allergie auf Katzen hat sich die Hyposensibilisierung bewährt. Dabei wird das Allergen zunächst in steigender, dann in Erhaltungsdosis verabreicht. Bei Ansprechen verschwinden die Beschwerden. Auch scheinen bestimmte Katzenrassen ebenso wie weibliche Katzen und kastrierte Kater weniger Allergieauslöser zu produzieren. Ob man Haustiere besser erst gar nicht anschaffen sollte, darüber ist sich die Wissenschaft uneinig.

Je früher jemand mit einem Tier in Kontakt kommt, desto geringer scheint die Allergiegefahr zu sein. Ausnahmen sind Familien, in denen bereits Heuschnupfen, Neurodermitis oder Asthma vorkommt. Diese können als Haustiere Fische oder Schildkröten in Erwägung ziehen, die zwar weniger kuschelig, dafür aber nicht allergieauslösend sind. Sollten Sie allerdings beim Füttern Ihres Zierfisches einen Niesanfall bekommen, dann ist das Trockenfutter der Grund. Denn auch darin können sich Allergieauslöser befinden …