Sport-Großereignisse und der Arbeitsmarkt:
Lopatka hofft auf tausende neue Jobs

EURO 2008 soll 6.000 neue Arbeitsplätze schaffen Olympia 2014 in Salzburg brächte sogar 13.500 Jobs

Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka hofft auf tausende neue Jobs durch Sport-Großereignisse in den nächsten Jahren. "In Österreich steht jeder zehnte Arbeitsplatz, das sind 355.000 Arbeitsplätze, direkt und indirekt mit Sport in Verbindung. Mit mehr als sieben Prozent Wertschöpfung sichert der Sport diese Arbeitsplätze", sagte Lopatka bei einer Pressekonferenz. Die EURO 2008 soll noch einmal mehr als 6.000 Arbeitsplätze und einen Wertschöpfungseffekt von rund 300 Mio. Euro bringen.

Große Hoffnung setzt Lopatka auch in die Olympischen Winterspiele 2014. In 134 Tagen entscheidet sich, ob Salzburg dafür den Zuschlag erhält. Hier werde für die Zeitspanne von der Planung bis zum Abschluss der Winterspiele ein Wertschöpfungseffekt von einer Mrd. Euro erwartet, so Lopatka. Außerdem sollen dadurch mindestens 10.000 Jahresarbeitsplätze direkt sowie 3.500 Jobs indirekt geschaffen werden. Die Zahlen beruhen auf Ergebnissen der Forschungseinrichtung Sports Econ Austria. "Es wäre großartig, wenn sich die Mozartstadt auch als Olympiastadt weltweit im Gedächtnis einprägen könnte", betonte der Staatssekretär.

Salzburg bringe aber allein schon der Status als Kandidaturstadt für Olympia viel, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Markus Beyrer. Zum einen stellten die fertigen Konzepte einen Wert dar, zum anderen könnten für Betriebe dank großzügiger Planungen im Olympia-Infrastrukturkonzept Flächen für Erweiterungen oder Neuansiedlungen abfallen. Hier gebe es in Salzburg Engpässe. Konkretes konnte Beyrer dazu aber nicht sagen.

EURO 2008: Schwachpunkte bei Verkehrskonzepten
Lopatka ergänzte, dass man etwa bei den Planungen für die EURO 2008 Schwachpunkte im Bereich vernetzter Verkehrskonzepte entdeckt habe, was auch nachhaltig von Nutzen sei. "Großereignisse bedeuten im Bereich der Infrastruktur immer wieder einen Quantensprung", sagte Lopatka und verwies vor allem auf die Tourismusinfrastruktur. Die eingesetzten Mittel rechneten sich, die Chance Olympia sei durch nichts zu substituieren, betonte er: "Es kommen jetzt schon chinesische Delegationen, die sonst nie nach Salzburg gekommen wären." Lopatka will das Thema wirtschaftliche Bedeutung von Sport künftig auch europaweit auf eine höhere Stufe heben - das nächste Mal beim EU-Sportministertreffen am 12. und 13. März in Stuttgart.

Betriebliche Gesundheitsförderung
Lopatka und Beyrer beschäftigten sich bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz nicht nur mit Großveranstaltungen, sondern auch mit der betrieblichen Gesundheitsförderung. Dadurch könnten in Österreich jedes Jahr volkswirtschaftliche Einsparungseffekte in der Höhe von 3,6 Mrd. Euro erzielt werden, sagte Beyrer. Bisher würden allerdings nur 20 Prozent davon realisiert. Allein bei den Krankenstandskosten werden durch den Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung erzielbare Einsparungseffekte von 241 Mio. Euro geschätzt. "Ein in die Bewegung investierter Euro erspart drei Euro im Gesundheitsbereich", sagte Lopatka. Daher müsse man Bewegung in die Betriebe bringen. IV-Generalsekretär Beyrer verwies mit Siemens, OMV, IBM oder RHI auf heimische Unternehmen, die im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderungen bereits sehr sportengagiert sind. (apa/red)