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Demokratie jetzt! Auch im Fußball

Tino Teller über das Chaos rund um die Teamchefsuche

Mit Ruhm haben sich alle Beteiligten bisher wahrlich nicht bekleckert bei der Suche nach einem neuen Teamchef – egal, ob sie nun zu den tatsächlichen Entscheidungsträgern im ÖFB gehören oder zu den selbst ernannten Zwischenrufern.

Andererseits beweist das Chaos zwischen der Bestellung eines Teamchefs mit Ablaufdatum und der jetzt installierten "Interimslösung" innerhalb von sieben Tagen einmal mehr, dass das Fußballgeschäft tatsächlich seine eigenen Gesetze hat. Anders ist nicht zu erklären, dass im "normalen Leben" überaus erfolgreiche Wirtschaftsmanager wie Leo Windtner oder sein Vorgänger Friedrich Stickler sich als ÖFB-Präsidenten bei der Besetzung des wichtigsten Trainerjobs im Lande in allen möglichen Fallstricken verheddern. Wie wär’s daher zur Abwechslung einmal damit: Die Nationalspieler selbst werden in den aktuellen Teamchef-Findungsprozess eingebunden. Sie sind es ja, die mit dem neuen Mann durch Himmel und Hölle gehen müssen. Weiterer Vorteil einer solchen "Demokratisierung": Ausreden gibt’s dann keine mehr. So gesehen ist die Bereitschaft von Paul Scharner, sich im Notfall als "Spielertrainer" zur Verfügung zu stellen, zumindest eine Überlegung wert.