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Personalrochade

Darabos legt Amt als Verteidigungsminister zurück und wird Bundesgeschäftsführer

Norbert Darabos © Bild: APA/Roland Schlager

Die SPÖ stellt sich ein halbes Jahr vor der Nationalratswahl offenbar neu auf. Laut Zeitungsberichten wird Verteidigungsminister Norbert Darabos sein Amt zurücklegen und als Bundesgeschäftsführer in die Parteizentrale zurückkehren, die er bereits unter Alfred Gusenbauer dirigiert hatte. Laut "TT" wird er als Verteidigungsminister vom Fraktionschef der SPÖ im Bundesrat, Gerald Klug, beerbt. Der bisherige Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter wird demnach neuer Volksanwalt, die künftige Position seiner Kollegin Laura Rudas ist noch unklar.

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Die Personalrochaden sollen Dienstagnachmittag im Parteipräsidium abgesegnet werden. In der Parteizentrale wollte man die Berichte nicht kommentieren.

Kräuter muss Parteizentrale räumen

Zwar scheint der Job des Volksanwalts für Kräuter wie geschaffen, dennoch ist es für den steirischen Parlamentsroutinier wohl doch etwas enttäuschend, gerade einmal ein halbes Jahr vor der Nationalratswahl die Parteizentrale räumen zu müssen. Zum Verhängnis wurde ihm weniger sein von Beginn an getrübtes Verhältnis zu Co-Geschäftsführerin Laura Rudas als die Schlappen bei EU-Wahl und Wehrpflicht-Volksbefragung.

Kräuter galt im Nationalrat, dem er schon eine gefühlte Ewigkeit angehört, immer als einer der Netten. Stets freundlich, zwar nicht uneitel, aber auch das auf eine sympathische Art wirkt der Steirer so, als könnte er keiner Fliege etwas zu leide tun. Will er auch nicht wirklich und war letztlich deshalb vielleicht doch nicht die Idealbesetzung im rauen Business der Partei-Geschäftsführer.

Fraktionschef Klugs bisher wichtigste Funktion

Gerald Klugs bisher wichtigste Funktion ist die des Fraktionschefs der SPÖ in der Länderkammer, die er seit 2010 ausfüllt. Dass er nicht Präsident des Bundesrats wurde, ist auf einen rot-schwarzen Deal zurückzuführen, der diesen Posten der ÖVP zuschanzte, obwohl diese in der Steiermark nur die Nummer zwei ist. Aufgefallen ist Klug, der den Präsenzdienst absolviert hat, in Land und Bund nicht wirklich. In die Öffentlichkeit schaffte er es mit einer vom Bundesrat in die Wege geleitete Gesetzesinitiative, durch die Gemeinden auch über Bezirks- und Ländergrenzen hinweg Verbände eingehen können.

Kommentare

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Er hat schon mindestens fünf wichtige Anlässe zum Rücktritt versäumt. Er ist ein armer Parteisklave, der ohne Partei nichts ist, wie schon Sinovazc (oder so ähnlich) von sich behauptet hat.

strizzi49 melden

Sinowatz war ein ausgezeichneter Unterrichtsminister !!! Als Bundeskanzkler war er fehlbesetzt! Aber deshalb war er kein armer Parteisklave! Sie sollten den Sinowatz einmal googeln, bevor Sie über einen alten, ausgezeichneten Altpolitiker schlecht schreiben! Wie sagte schon Kreisky - lernen Sie Geschichte!

Endlich ist er weg.Hoffentlich fährt man mit der Rudas auch schnell ab,für die wäre ein Posten in einer Disco angemessen.

wintersun melden

War wohl eine kluge Entscheidung vor der Wahl. Mit der jetzigen Aufstellung glaube ich nicht das die SPÖ sonderlich gut abschneiden würde. Über einen anderen Kanzlerkandidaten sollte man sich im eigenen Interesse eventuell auch mal Gedanken machen, denn wählen tut nunmal das Volk und ob der grinsende Faymann so starken Rückhalt hat läßt sich bezweifeln.

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@wintersun: Völlig richtig.
Mir ist unverständlich, dass eine offensichtliche Lüge in Faymanns Lebenslauf widerspruchlos geduldet wird:
In der von der Parlamentsdirektion im Internet veröffentlichten Biographie des derzeitigen Kanzlers (ich habe sie ausgedruckt vor mir) steht unter Bildungsweg nichts anderes als: "Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien". Stand 12.03. 2009

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Fortsetzung:
Da seit Wolfs Interview jedermann wissen kann, dass Faymann keine einzige Prüfung abgelegt hat, also auch kein reguläres Studium absolviert hat, wäre seither schon genug Zeit gewesen, die unrichtige Biographie zu korrigieren.

strizzi49 melden

@Sensor: wieso? Es steht ja nur, dass er studiert hat! Es steht NICHTS von einem abgeschlossenen Studium! Er hat ja auch keinen Titel! Also, warum soll nicht erwähnt werden, dass er studiert hat? Ein Studium muss ja nicht zwangsläufig mit einem Abschluss enden! Es wurde halt abgebochen!

Eva Barbamama
Eva Barbamama melden

Personalrochade *ggg* die glauben doch echt sie können noch so kurz vor der Wahl mit einer lächerlichen Umorganisation das Wahlvolk umstimmen! Meiner Meinung nach gehört die komplette SPÖ ausgetauscht, angefangen beim Kanzler................

strizzi49 melden

Wie wäre es mit wählen gehen? Wenn aber dann die Roten wieder gewinnen, waren die Anderen halt nicht Ihrer Meinung!

strizzi49 melden

Endlich ein Minister mit Charakter !!! Ich wünschte, auch andere Minister würden die Konsequenzen aus nicht erreichten Zielen ziehen (wie z.B. die Schmidt) und zurücktreten! Und was die Rudas anbelangt, schiebt doch dieses Gänschen endlich ins Abseits! Die hat doch bisher nur von ihrem großen Namen profitiert!

brauser49
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Charakter wäre gewesen wenn er nach der missglueckten Volksbefragung zurueckgetreten wäre, nicht erst jetzt nach einem A...tritt !

strizzi49 melden

Welche Volksbefragung ist missglückt? Nur weil die Bevölkerung anders gevotet hat, als so mancher (auch ich) es wünschte, ist sie trotzdem NICHT missglückt! Die andersdenkenden hatte halt die Mehrheit! Und welcher A...tritt?

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er kann sich beim unfähigen Kanzler bedanken der ihn solange die Stange gehalten hat.Beide haben sich ins out gesetzt ,weil Politik sollte schon mehr drauf haben als Polemik.

Endlich hat er es eingesehen der Versager. Was ist den nach der Volksbefragung geschehen außer nichts. Das sind die hochgelobten Roten, nur mehr ein Schatten von Kreisky.

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