SPÖ-Parteitag von

Bittere Pille für Faymann

Bundesgeschäftsführer Kräuter sieht "Licht und Schatten" und bedauert das Ergebnis

Werner Faymann ist enttäuscht über das Ergebnis. © Bild: APA/Pessenlehner

Nach dem Debakel für Faymann am SPÖ-Parteitag sieht Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter "Licht und Schatten" für die Partei. Einerseits freute er sich über die "interessante und leidenschaftliche" inhaltliche Diskussion vor allem der jungen Delegierten, andererseits sei das "bescheidene Ergebnis" von Werner Faymann bei der Vorsitzenden-Wahl eine "bittere Pille", so Kräuter.

Als möglichen Grund für die 85 Streichungen, die letztlich zu dem historisch niedrigen Ergebnis von gut 83 Prozent führten, sieht der Bundesgeschäftsführer, dass die Delegierten noch zu wenig mitbekommen hätten, dass Faymann in Europa die Finanztransaktionssteuer zustande gebracht habe: "Das ist noch nicht wirklich angekommen, was das für eine politische Leistung ist."

Dazu kämen die neuen Transparenzregelungen. Die kleinen Funktionäre sähen, dass die "schwarz-blauen Kriminellen und Korrupten" noch immer frei herumliefen, während sie sich selbst sogar bei Tombolas mit strengen Vorschriften abmühen müssten. Kräuter glaubt, dass es hier sogar zu einer Novellierung kommen muss durch die Einführung einer Bagatellgrenze. Entsprechende Signale habe er nämlich von relevanter Seite auch von der ÖVP und den Grünen gehört.

Ursachen für bescheidenes Ergebnis

Dass die Partei Faymann sein Nicht-Erscheinen vor dem U-Ausschuss in der Inseraten-Affären nicht verziehen hat, glaubt Kräuter hingegen nicht. Mittlerweile schätzten nämlich die Funktionäre das "sehr richtig" ein, dass die Situation des Kanzlers nicht mit Deutschland vergleichbar sei. Denn dort würde Regierungschefin Angela Merkel auch nie einen Untersuchungsausschuss betreten, wo jemand drin sitze, der angezeigt habe und sich dann als Richter aufspiele, meinte Kräuter mit Blick auf FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky, der die Ermittlungen der Justiz in der Inseraten-Affäre ins Rollen gebracht hatte und in der Schlussphase des U-Ausschuss FP-Fraktionsführer war.

Ebenfalls unwahrscheinlich erscheint dem Bundesgeschäftsführer, dass der rasche Schwenk von Wehrpflicht zu Berufsheer ein Faktor für Faymanns Abschneiden war. Immerhin gesteht er zu, dass in der Partei immer gleich helle Aufregung entstanden sei, wenn ein SPÖ-Mitglied eine andere Position als die Parteispitze eingenommen habe. Hier sei noch zu wenig verinnerlicht, dass eine Volksbefragung kein Ersatz für einen Wahlkampf sei sondern dass es da nur um die Sache gehe.

Langer Parteitag

Auffällig am gestrigen Parteitag war die Länge. Insgesamt elf Stunden nahmen die Grundsatzreferate, Programmdiskussionen und Wahlen in Anspruch - am Ende vor nur noch eher schütter besetzten Reihen. Als Konsequenz wird der nächste ordentliche Parteitag 2014 sicher über zwei Tage geführt, kündigte Kräuter an. Das sei alleine schon daher notwendig, dass dann auch das neue Parteiprogramm und das neue Statut diskutiert und beschlossen würden.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger

Liebe Genossen, liebe Genossinnen...mir ist klar, dass ihr verbittert seid, darüber dass man euch belogen hat, hinters Licht geführt hat und für dumm verkaufen möchte... sollte sich dies in der Partei nicht bald ändern, gibt es ja zum Glück auch noch andere Alternativen am Wahltag!! Glück auf Genossen und Parteifreunde... und vermutlich war dies bereits der erste kleine Vorgeschmack auf die Wahlergebnisse 2013...

Hermann Gugger

Sowie es derzeit ausschaut, ist die Zeit des "Schmusekanzlers" wohl abgelaufen. Bin gespannt was als nächstes kommt. Wie wäre es denn mit demCapperl ? Der könnte statt eine große Klappe zu haben endlich mal Verantwortung übernehmen.

Wollen diese Leute das blamable Ergebnis nur schönreden oder glauben die tatsächlich das, was sie von sich geben.
Stellt sich die Frage - Was ist schlimmer?

Herr Kräuter ist der "Wadelbeisser" der SPÖ. Er beleidigt alles und jeden , der nicht seiner ( SPÖ) Meinung ist. Die Ausreden von Faymann sind so lächerlich, dass es fast schon an Beleidigung der Wähler grenzt!

Lieber Herr Kräuter, ich glaub Sie sind ein unverbesserlicher Träumer.
Wahltag ist Zahltag, aber träumen Sie und Ihre Genossen ruhig weiter.

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