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Mitgliederschwund bei der SPÖ

Partei verlor in den vergangenen beiden Jahren rund 20.000 Mitglieder

SPÖ-Lokal in Wien. © Bild: APA/Barbara Gindl

Die SPÖ hat laut den Unterlagen für den Parteitag am 28./29. November 205.224 zahlende Mitglieder. Damit hat die Partei binnen zwei Jahren fast 20.000 Mitglieder verloren. Die ÖVP nannte auf APA-Anfrage keine Mitgliederzahl, die FPÖ "um die 50.000". Die Grünen kommen auf 6.400 Mitglieder und warben zuletzt aktiv um Neueintritte. Bei den NEOS sind es 2.200, beim Team Stronach 350.

Als mitgliederstärkste Partei gilt in Österreich die ÖVP. Eine 2006 erschienene Studie bezifferte die ÖVP-Basis mit 780.000 Mitgliedern. Aktuelle Zahlen nannte die Parteizentrale auf APA-Anfrage nicht. Direkt vergleichbar sind die Zahlen von SPÖ und ÖVP aber ohnehin nicht. Denn während die ÖVP alle Mitglieder ihrer Teilorganisationen ("Bünde") zusammenzählt, werden die Vorfeldorganisationen der SPÖ nicht der Partei zurechnet.

Dementsprechend verweist auch die SPÖ darauf, dass allein der Pensionistenverband 330.000 Mitglieder habe. Außerdem sei die Zahl von 205.224 bereits um alle Mitglieder bereinigt, die mit ihren Beiträgen im Verzug seien. Tatsächlich liege die Mitgliederbasis bei rund 240.000.

International stark

Damit steht die SPÖ im internationalen Vergleich zwar immer noch gut da. So meldete die SPD im zehnmal größeren Deutschland im Vorjahr 474.820 Mitglieder, die britische Labour Party nur 189.531. Dennoch ist die Mitgliederbasis der SPÖ seit ihrer Hochblüte in den 1970er Jahren um 70 Prozent geschrumpft: 1979 gab es noch 721.262 Sozialdemokraten mit Parteibuch, 1990 waren es 620.141.

Mitgleiderschwund der Parteien.
© APA

Die Opposition liegt deutlich hinter den beiden Großparteien: "Um die 50.000" Mitglieder hat nach eigenen Angaben die FPÖ. Um Mitglieder und Kandidaten geworben wird u.a. via Facebook - etwa aktuell im Vorfeld der niederösterreichischen Gemeinderatswahl. Wobei Landesgeschäftsführer Christian Hafenecker durchaus Schwierigkeiten bei der Kandidatensuche einräumt. Denn viele würden fürchten, etwa bei Bauverfahren oder im Landesdienst benachteiligt zu werden, wenn sie sich offen deklarieren.

Grüne mit konstantem Zuwachs

Einen stetigen Mitgliederzuwachs, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, vermelden die Grünen: Laut Generalsekretär Stefan Wallner hatte die Partei im Jänner 6.500 Mitglieder - fast doppelt so viele wie 2004. Starken Zulauf gibt es demnach in Ländern, wo die Grünen mitregieren. In Kärnten und der Steiermark wurden außerdem mit Plakaten und Inseraten neue Mitglieder und Ortsgruppen geworben ("Deine Gemeinde braucht ein Grünes Herz").

Die NEOS geben ihre Mitgliederzahl mit 2.300 an, das Team Stronach mit lediglich 350, davon ein Dutzend in der Bundespartei. Wobei die NEOS laut Geschäftsführer Feri Thierry keine aktive Mitgliederwerbung betreiben und auch Nichtmitglieder auf die Kandidatenlisten setzen. Von flächendeckenden Kandidaturen bei Gemeinderatswahlen ist die neue Partei aber dennoch noch weit entfernt. In Niederösterreich schafft man 45 von 573 Gemeinden.

Vor welche Probleme eine allzu schmale Basis die Parteien in der Praxis stellen kann, zeigt das Beispiel der EU-Wahl im Mai. Damals waren FPÖ und Grüne in der Stadt Salzburg nicht in der Lage, ausreichend Beisitzer in den Wahllokalen zu nominieren. Sie überwachen im Auftrag der Partei die Wahl und die Auszählung der Stimmen. Von 510 Beisitzern in den Salzburger Wahllokalen fehlten damit 253 - nur die Bürgermeisterpartei SPÖ schaffte eine (fast) flächendeckende Beschickung.

Kommentare

Für Faymann u. co ist das Wort "Sozialistisch" entweder ein Schimpfwort oder das Parteiprogramm wurde still u. heimlich mit Hilfe der ÖVP umgeschrieben. Die SPÖ Spitze repräsentiert als Bundeskanzler nur noch die ÖVP Alleinregierung......Lieber in Opposition u. wieder in den Spiegel schauen zu können, als diesen unerträglichen Faymann als Kanzler weiter ertragen zu müssen!!!

dass die roten keine freunde mehr haben ist hausgemachter schmarren, keine arbeiterpartei mehr und null stehvermögen. aber das schlimmste ist dass es immer mehr wahnsinnige gibt die grün wählen und das kostet dem staat (uns) noch mehr milliönchen und die politik wird noch dümmer.

Die 20.000 sind der SPÖ wohl weggestorben und junger Nachwuchs ist kaum sehen. Warum ? Weil die politische Kaste den Draht zum Menschen und Steuerzahler der diesen Politikern ihr Gehalt zahlt schon lange verloren hat. Worthülsen und leere Versprechungen will keiner mehr hören, denn in diesem Staat geht es mittlerweile an die Substanz der wirtschaftlichen Sicherheit und des sozialen Gefüges. Und das begreifen offenbar alle außer denjenigen, die nur den Parteiapparat zu erhalten versuchen.

Alles noch viel zu wenig!
Weiterhin wählen über 50% Rot und Schwarz immer wieder!
Sollten sie einmal (z.B. wie in den Bundesländern) abgewählt werden, stehen die Grünen sofort zur Mehrheitsbeschaffung zur Verfügung.
Rekordarbeitslosigkeit, Rekordstaatsschulden, Rekordsteuerbelastung .... die WählerInnen sind damit zufrieden.

higgs70

Naja, langfristig betrachtet sind die Roten nicht die einzigen, wo der Wunsch die stur ideologischen Positionen durch alltagsnahen Pragmatismus zu würzen - was durchaus wünschenswert war - irgendwann ins beliebige Wischiwaschi verrutschte, weil man die Trennlinie zwischen Augenmaß und Wurschtigkeit nicht mehr zu ziehen vermochte. Ich habe die Auflösung der sturen Bunkermentalität in den Parteien einst durchaus als Fortschritt betrachtet, aber was da rausgekommen ist gefällt mir noch weniger, das Unheil begann etwa als sich Ende Sinowatz Anfang Vranitzky alle um die politische Mitte zu raufen begannen. Und linke Sozialisten oder Wertkonservative muss man heute mit der Lupe suchen.
Und die Blauen sind ideologisch sowohl am nationalen wie am liberalen Flügel (der sowieso nur mehr ein Stummel ist ) ein Trauerspiel für sich. Nur die Grünen sind dem entkommen, weils einfach zu jung sind, aber auch dort habens Verschiebungen Richtung Opportunität.
Objektiv betrachtet stünden die Zeichen der Zeit für die Roten ja gar nicht so schlecht, ihre Kernanliegen werden wieder zentral, aber dazu müssten sie sich selbst finden und danach schauts derzeit absolut nicht aus.

Das wundert doch niemand. Das sind alles keine Sozialisten, sondern Kapitalisten im Sozipelz. Welcher ARbeitnehmer, der für seinen Gehalt auch arbeiten muss, kann sich mit denen noch identifizieren?

Wen wunderts?
Anruf beim Mieterverein (eine SPÖ-nahe Organisation) - Ersuchen um Rückruf - keine Reaktion - dann endlich nach Beschwede ein Rückruf - Interesse an einer Mitgliedschaft - bis heute nichts erhalten!
Das ist keine Sozialdemokratische Partei mehr - sonderen eine Sozialbonzokratishe Partei - die sehen die Basis schon längst als störendes Übel an!

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