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SPÖ will 12-Stunden-Tag kippen

NR-Wahl - SPÖ will 12-Stunden-Tag kippen © Bild: APA/ROLAND SCHLAGER

Seit 1. September 2018 gilt in Österreich das von Türkis-Blau eingeführte Gesetz zum 12-Stunden-Tag. Die SPÖ würde es jetzt anlässlich der Nationalratswahl gerne wieder kippen.

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Neuverhandlung als Koalitionsbedingung

Für SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch ist die Neuverhandlung des 12-Stunden-Tages und der 60-Stunden-Wochen eine Koalitionsbedingung. "Dieses Arbeitszeitgesetz, wie es jetzt vorliegt, muss auf alle Fälle zurückgenommen werden", sagte Muchitsch in der ORF-Sendung "Im Zentrum" am Sonntagabend: "Das ist eine Koalitionsbedingung."

Es brauche ein neues Arbeitszeitrecht, in dem die Arbeitszeit unterschiedlich nach Branchen geregelt wird, so Muchitsch. Die Frage müsse sein, was ist zumutbar und was nicht.

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ÖVP zeigt sich unnachgiebig

Ex-Wirtschaftsministerin und Tirols ÖVP-Spitzenkandidatin Margarete Schramböck zeigte sich in der Diskussion diesbezüglich wenig nachgiebig: "Wir nehmen kein Arbeitszeitgesetz zurück." Die Arbeitszeitflexibilisierung habe zu mehr Jobs und höheren Einkommen geführt. Das Arbeitszeitgesetz sei für den Standort positiv gewesen und habe ihn "stark gemacht".


Im Juni diesen Jahres erteilte FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl der Abschaffung des Gesetzes eine Absage: Er betonte in einer Aussendung, dass die FPÖ keine Gesetze zurücknehmen werde, die sie mit der ÖVP beschlossen hat. Das gelte auch für den 12-Stunden-Tag, den die SPÖ gerne kippen würde.

12-Stunden-Tag fast in jeder dritten Firma Realität

Der 12-Stunden-Arbeitstag wird bereits von 30 Prozent der Unternehmen genutzt - das hat eine Umfrage ergeben, die von Deloitte Österreich, der Universität Wien und der Universität Graz durchgeführt wurde. Demnach werden die Arbeitszeiten generell immer flexibler und die Heimarbeit nimmt stark zu.

Befragt wurden österreichweit 214 Führungskräfte und Personalchefs. Das Ergebnis: Flexibles Arbeiten ist in Österreich auf dem Vormarsch und Kernarbeitszeiten verlieren an Bedeutung. Vor zwei Jahren hätten noch fast zwei Drittel der Unternehmen auf Gleitzeit mit Kernzeit gesetzt, jetzt tue das nur mehr die Hälfte. "Bereits bei einem Viertel der Unternehmen arbeitet die Mehrheit der Mitarbeiter ohne Kernzeiten", sagte Barbara Kellner, Managerin bei Deloitte Österreich.