Spitzentöne von

Zwei Festivals gehen zu Ende

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Kaum, dass man sie wahrzunehmen begann, gehen die Wiener Festwochen auch schon wieder bald zu Ende. Für den seit 2017 amtierenden Intendanten Tomas Zierhofer-Kin geht es um viel, sein vorzeitiges Ausscheiden steht zur Debatte. Ob das heuer Gebotene besser ist als das vorjährige Debakel, kann ich nicht beurteilen: Party interessiert mich nicht, auch nicht, wenn sie mit elf Millionen subventioniert ist. Die wenigen Gastspiele haben mir etwas besser gefallen als im Vorjahr, aber ist das genug? Hier sind also noch Fragen offen. Unstrittig hingegen stehen die Resultate des Gegenfestivals, das der Musikverein auf eigene Rechnung ausgerichtet hat, als der Kollege von den Festwochen hoffärtig die Zusammenarbeit aufkündigte: 59 exquisit programmierte Konzerte, die das Unpopuläre nicht scheuten und doch zu 92 Prozent ausgelastet waren. Man kann dem Intendanten Thomas Angyan nur gratulieren und eine lange, lange Amtszeit wünschen: Durch die Oper weht bald der ersehnte Sturm der Erneuerung, am Burgtheater kündigt der neue Direktor gerade große Teile des Ensembles, Festwochen und Volkstheater stehen auf der Spitze, die desolate Kunsthalle sucht einen Direktor, im Kunsthistorischen tritt der ernannte profilarme Jobhopper das Amt eventuell gar nicht an. In solchen Zeiten braucht es auch Kontinuität - tunlichst dort, wo das Gebotene keiner Veränderung bedarf. Wie im Musikverein.

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