Spitzentöne von

Verfünffachte Philharmoniker

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Über die multiplen Nebenbeschäftigungen der Wiener Philharmoniker gibt es zwei Ansichten. Die einen rufen die Musiker zur Disziplin, zur Konzentration auf das Wesentliche. Ich bekenne mich zur Gegenfraktion: Ein Spitzenorchester, das in der Oper oft den Trott des dirigierenden Mittelmaßes erdulden muss, braucht das freie Ausschwingen in der Kammermusik, bei den klassischen Schrammeln und wo sonst auch immer. Anderenfalls wird der Anspruch eines aus Weltklassesolisten formierten Kollektivs uneinlösbar.

Wozu diese Einlassungen? Weil sich ein neues philharmonisches Ensemble mit tollem Resultat auf den Weg gemacht hat. Begründet wurde es von Tibor Kovac, einem Geiger von elementarer, komödiantischer Virtuosität. Er hat seine Schöpfung, die Philharmonics, mit Klassik-Entertainment zu weltweiter Präsenz gebracht. Dann hat man sich entzweit, und Kovac gründete nun das Ensemble Philharmonic Five: zwei Geiger, ein Bratschist, ein Cellist, ein Pianist. Von den Philharmonics unterscheidet sie der seriösere Ansatz: Neben Unterhaltungsmusik steht bei ihren Konzerten immer auch ein Stück erstklassiger Kammermusik auf dem Programm. Soeben ist bei Sony ihre erste CD erschienen: prachtvolle Arrangements von Schostakowitsch, Dvořák, Debussy und Richard Strauss bis "Harry Potter" und "Mission: Impossible". Sie auf dieser Mission zu begleiten, sollte kein Fehler sein.

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