Spitzentöne von

Kracht die Burg
auf die Piste?

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Wie geht es mit dem Burgtheater weiter?

Der im Herbst 2019 sein Amt antretende Burgtheaterdirektor Martin Kušej war noch lang nicht designiert, da habe ich den damaligen Kunstminister Drozda an dieser Stelle dringend um Obacht gebeten: Der prognostizierbare (weil dem Minister freundlich verbundene) Favorit neige zur Cäsaren-Attitüde, ganze Ensembles zu feuern. Drozda versäumte unter dem Druck des eigenen Ablaufdatums vertragliche Gegenmaßnahmen, und über die Folgen habe ich zuletzt im Juni informiert. Damals begann Kušej das Ensemble vorzuladen und, Person für Person, von Verbleib oder Abgang in Kenntnis zu setzen. Namen Gekündigter werde ich weiterhin nicht nennen, aber die Prognosen haben sich als treffend erwiesen: Kušej setzt seine Absichtserklärung, die "Suppe wegzuschütten", gut gelaunt um. 24 von 65 Mitgliedern trifft es, am schlimmsten "die Hartmann-Leute": Mit dem Vorvorgänger pflegte Kušej ein Feindverhältnis, wer von ihm engagiert wurde, ist tot. Von ihrem Abgang wurden ferner drei erstklassige österreichische Schauspielerinnen (eine heute mit dem Mikroskop zu suchende Spezies) in Kenntnis gesetzt. Während nun seitens mehrerer Medien Gegenmaßnahmen angebahnt werden, kommen auch erste fröhliche Zeitungszurufe in sportivem Personalberater-Pidgin: "Durchstarten" sei jetzt angesagt! Zuletzt ist mit identischem Personalmanagement das Volkstheater auf die Piste gekracht.

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