Spitzentöne von

Gruß an eine
ideale Präsidentin

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Wer aller da war und, vor allem, wer fehlte: Die Besetzung dieser Feierstunde ließ Rückschlüsse auf die politischen Befindlichkeiten zu. Zwar hatte sich die komplette Salzburger Nomenklatura zur Verleihung der Stadt-Ehrenbürgerschaft an Helga Rabl-Stadler eingefunden. Aber von den regierenden Bundesgrößen: keiner. Dafür aber Heinz Fischer, Wolfgang Schüssel und Erhard Busek aus der Zeit, als Gut und Böse noch von Menschen mit Statur verhandelt wurden.

Aber wie Tobias Moretti für die Festspielpräsidentin Hofmannsthal las und ihr dann die Liebe der Künstler erklärte: Da verstand man, was die gelernte Juristin, Journalistin, Politikerin und Unternehmerin in ihren 23 Jahren an der Festspielspitze geleistet hat. Sechs Intendanten hat sie das Diplomatische, das Finanzielle, im Extremfall sogar das Künstlerische erledigt. Die Staatsoper kam in dieser Zeit mit zwei Direktoren aus (einer hätte auch genügt). Die präsidiale Kompetenz kommt aus dem Bildungsbürgertum, das lang verteufelt und spät unter Schutz gestellt wurde. Ihre Position war die unbeliebte des Menschenverstandes. Drei Führungskräfte aus dem Festspielbereich haben mir ausgearbeitete Mordpläne gegen Helga Rabl-Stadler entrollt. Aber Gérard Mortier und Ivan Nagel sind tot, und Frank Baumbauer, der sie erwürgen wollte, ist in Pension. Sie ist keines von beiden, und das ist allerhand.

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