Spitzentöne von

Alle Ehren für die Symphoniker!

Heinz Sichrovsky © Bild: NEWS

Die Aussendung ist an sich Routine: Die Wiener Symphoniker geben ihr Novemberprogramm bekannt. Aber was da angekündigt wird, ist auch in elitärsten Kreisen der klassischen Musik kaum zu übertreffen. Chefdirigent Philippe Jordan, der 2020 in der nämlichen Funktion an die Staatsoper wechselt, leitet das erste von vier Konzerten mit der Geigerin Julia Fischer, einer herausragenden Solistenpersönlichkeit der Gegenwart. Außer mit Mendelssohns Violinkonzert ist sie im Konzerthaus auch als Eröffnungskünstlerin des orchestereigenen Kammermusikfestivals zu hören. Dann wechselt das Festival in den Musikverein, wo Cellisten-und Bläserformationen über den beeindruckenden Zustand des Orchesters Rechenschaft ablegen werden. Zu Monatsende bereisen die kürzlich triumphal aus China zurückgekehrten Symphoniker Japan und Korea.

Es ist keinen Monat her, dass das Orchester in die Schlagzeilen geriet: Der Wiener Stadtrechnungshof tadelte Schulden in zweistelliger Millionenhöhe. Das ist seine Aufgabe, nicht aber die Erarbeitung skurriler Sanierungsvorschläge, die darauf beruhen, dass Streicher im Orchester beschäftigter sind als Triangelspieler. Dreiste Inkassanten aus dem (offenbar nicht vom Genie gerammten) Management wurden schon verabschiedet. Das ist ein guter Beginn. Das Orchester selbst aber ist unter Schutz zu stellen wie das Beste des österreichischen Kulturerbes.

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