Spitzel-Affäre: Deutscher Geheimdienst setzte Journalisten gezielt auf Kollegen an!

Journalistenverband: Massive Kritik an Geheimdienst Mindestens 5 Journalisten gaben Informationen weiter

Der deutsche Auslands-Geheimdienst BND hat in der Vergangenheit Journalisten bespitzelt. Zudem sollen auch Journalisten gezielt auf Kollegen angesetzt worden sein, um Informationen zu erhalten. Der BND reagierte mit Zurückhaltung. Der Deutsche Journalistenverband übte massive Kritik.

Die "Süddeutsche Zeitung" meldete, dass nicht nur einzelne Journalisten beschattet worden seien. Sie berief sich auf einen Bericht des ehemaligen Vorsitzenden Richters am Bundesgerichtshof, Gerhard Schäfer. Nach Angaben der "SZ" hat der für die Auslandsaufklärung zuständige Geheimdienst Journalisten auch gezielt auf Kollegen angesetzt, um zu erfahren, an welchen Themen diese gerade arbeiteten.

Fünf Journalisten namentlich genannt
Namentlich soll Schäfer fünf Journalisten genannt haben, die entweder selbst Informationen über Kollegen anboten oder vom BND befragt worden seien. Besonders interessiert war der Auslands-Geheimdienst demnach an Redakteuren des Magazins "Der Spiegel".

Ein BND-Sprecher sagte: "Der ehemalige BND-Präsident August Hanning und sein Nachfolger Ernst Uhrlau haben vor einem halben Jahr das Gespräch mit den betroffenen Journalisten geführt." Damals sei auch öffentlich erklärt worden, dass Fehler gemacht worden sind: "Man hat sich damals einvernehmlich getrennt."

Der Deutsche Journalistenverband übte indessen massive Kritik am Bundesnachrichtendienst. Sollte sich bewahrheiten, dass der BND Journalisten bespitzelt und für Informationen bezahlt habe, sei dies "ein skandalöser Vorgang", sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Er forderte die vollständige Offenlegung des Untersuchungsberichts von Schäfer.
(APA)