Spitze Zungen vor G20-Gipfel in Kanada:
Schuldenpolitik der EU gerät unter Beschuss

Barroso wehrt sich: "Haben unsere Schulden im Griff" Europäer stehen bei Gipfeltreffen stark unter Druck

Spitze Zungen vor G20-Gipfel in Kanada:
Schuldenpolitik der EU gerät unter Beschuss © Bild:

Kurz vor dem G-8-Gipfel wehren sich die Europäer gegen Vorwürfe, sie hätten ihre Staatsschulden nicht im Griff. "Die gesamtstaatliche Verschuldung der Eurozone ist niedriger als die Japans oder der USA", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vor dem heute in Kanada beginnenden Treffen der wichtigsten Industriestaaten (G-8). Japan und USA sind wichtige Mitglieder der G-8.

Die Europäer stehen in der G-8-Runde unter Druck. Sie wollen - auch unter dem Eindruck des Fast-Zusammenbruchs Griechenlands - spätestens von 2011 an die Defizite drücken. Die USA pochen hingegen auf ein starkes weltweites Wachstum - die Defizite stehen dabei nicht im Mittelpunkt. Bisher zeichnet sich keine gemeinsame transatlantische Linie ab.

Der ständige EU-Gipfelchef Herman Van Rompuy sagte, die Europäer wollten sparen, um das Vertrauen wiederherzustellen. "Es geht nicht darum, dass wir ein Problem haben, die Defizite zu finanzieren." Ausnahme sei aber Griechenland, für das ein Rettungspaket von 110 Milliarden Euro aufgelegt wurde.

Heute kommen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industriestaaten und Russland (G8) in Huntsville, gut 220 Kilometer nördlich von Toronto, zusammen. Am Samstag erweitert sich die Runde zu einem G-20-Gipfel, der die stärksten Wirtschaftsräume der Erde vereint.

Kanada, Gastgeber des G-20-Gipfels, lehnt eine in Europa geforderte Bankenabgabe weiter kategorisch ab. Die Bankenabgabe soll die Finanzwirtschaft an den Milliardenkosten der Wirtschaftskrise beteiligen. Vor allem Geldinstitute hatten den schweren Konjunktureinbruch durch riskante Geschäfte ausgelöst.

(apa/red)