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Spital-Skandal in Graz: Volksanwalt
verarztet Landeshauptmann Voves

Mehrseitiger Fragenkatalog zum Thema Unfallchirurgie abgeschickt

Steiermarks Landeshauptmann Voves
© Bild: Profil/Walter Wobrazek

Verzögerungen bei lebenswichtigen Operationen, zu wenig Platz für schwerstverletzte Unfallopfer und Chirurgen, die vor dem Burnout stehen – NEWS berichtete Ende April ausführlich über die bestürzende Lage an der Universitätsklinik für Unfallchirurgie des Landeskrankenhauses (LKH) Graz. Und einer fackelte nicht lange: Volksanwalt Günther Kräuter nahm sich des Notfalls an und erklärte umgehend, der Situation auf den Grund gehen zu wollen.

Mittlerweile ist Kräuter schon einen wichtigen Schritt weiter: „Ich habe das Prüfverfahren eingeleitet“, erklärt der Volksanwalt auf NEWS-Anfrage. Ein „umfangreiches Schriftstück“ sei bereits in die Steiermark geschickt worden. Ein Schreiben ging demnach an den Krankenhausbetreiber KAGES. Und ein zweites an niemand geringeren als an den steirischen Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ). Auch wenn dieser den Fragenkatalog vermutlich umgehend mit spitzen Fingern an den neuen ÖVP-Gesundheitslandesrat Christopher Drexler weiterreichen wird, entbehrt die Situation nicht einer gewissen Ironie: Kräuter – der als Volksanwalt bewusst Wert auf überparteiliches Vorgehen legt – war früher SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Nun ist er offenbar bereit, einen neuerlichen Strauß mit dem – bekanntermaßen nicht immer ganz SPÖ-linientreuen – steirischen Landeshauptmann auszufechten.

Wie sich die Landespolitik positionieren wird, bleibt abzuwarten: Die – mittlerweile ausgeschiedene – Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) stellte sich früher klar hinter das Krankenhaus- Management. Nun behauptet dieses mittlerweile aber – wie berichtet – trotz aller Vorfälle, in der Unfallchirurgie gebe es nicht zu wenig, sondern zu viel Personal.