Spitäler in Nigeria sind heillos überfüllt:
Nach Gewaltexzessen Behandlung unmöglich

Hunderte kamen bei Ausschreitungen ums Leben Mangel an Medikamenten und Verbandsmaterial

Spitäler in Nigeria sind heillos überfüllt:
Nach Gewaltexzessen Behandlung unmöglich © Bild: Reuters/Akintunde Akinleye

Nach blutigen Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen nach Kommunalwahlen in der nigerianischen Stadt Jos ist in den mit Hunderten Verletzten überfüllten Krankenhäusern kaum noch eine Behandlung möglich. Ein Sprecher der Hilfsorganisation Oxfam sagte, es herrsche Mangel an Medikamenten und Verbandsmaterial. Bei den Ausschreitungen im Teilstaat Plateau waren Hunderte ums Leben gekommen.

Ein Sprecher des Provinzgouverneurs von Plateau beschuldigte "äußere Kräfte", die Unruhen geschürt zu haben. Einige der Festgenommenen stammten aus dem Tschad und dem Kongo, sagte er der BBC. Der Gliedstaat Plateau in Zentralnigeria liegt an der Grenze zwischen dem muslimisch dominierten Norden und dem überwiegend christlichen Süden. Bereits in den vergangenen Jahren war es in Jos wiederholt zu Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen gekommen. Vor sieben Jahren wurden bei Unruhen mehr als tausend Menschen getötet.

Anhänger der beiden großen Parteien gingen in der Region aufeinander los. Die Mitgliedschaft in diesen Parteien verläuft entlang von ethnischen und religiösen Linien. Die rivalisierenden Gruppen setzten Häuser, Kirchen und Moscheen in Brand. Präsident Umaru Yar'Adua schickte Truppen nach Jos, die die Lage am Sonntag unter Kontrolle bringen konnten. In den am heftigsten umkämpften Vierteln wurde ein Ausgehverbot verhängt. Dort leben islamische Angehörige des Hausa-Volkes mit christlichen Mitgliedern anderer ethnischer Gruppen zusammen.
(apa/red)