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Wiener Spion?

Mutmaßlicher CIA-Spitzel beim BND wurde aus Wiener US-Botschaft geführt

Spionage-Affäre © Bild: imago/Christian Ohde

Der mutmaßliche US-Spion beim deutschen Bundesnachrichtendienst (BND) wurde nicht aus der Berliner Botschaft der Vereinigten Staaten geführt. Wie das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag im Voraus berichtete, waren es CIA-Agenten aus der US-Botschaft in Wien, die den BND-Mitarbeiter seit 2012 mehrmals in Salzburg trafen, von ihm geheime Dokumente erhielten und dafür Geld zahlten.

Laut "Spiegel" bedeutete es für die CIA ein geringeres Entdeckungsrisiko, die sensible Quelle aus dem nahe gelegen Ausland zu führen. Die Nachforschungen der Bundesanwaltschaft könnten den Agentenführern aus Österreich nun allerdings Probleme bereiten. Sollte es den Ermittlern nämlich gelingen, die Führungsoffiziere des mutmaßlichen BND-Spions zu identifizieren, würden sie im Falle eines Strafverfahrens in Deutschland keinen diplomatischen Schutz genießen, so das Nachrichtenmagazin.

BND-Mitarbeiter liefert Geständnis

Nach "Spiegel"-Informationen lieferte der 31-jährige BND-Mitarbeiter den Ermittlern bei seinem umfangreichen Geständnis Beschreibungen von zwei mutmaßlichen CIA-Agenten, mit denen er Kontakt hatte. Die Fahnder versuchen nun, die beiden anhand dieser Informationen zu identifizieren.

Merkel zweifelt an Stopp der US-Spionage

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat indes ungeachtet ihrer Kritik an der mutmaßlichen US-Spionage Zweifel an einem Stopp der Bespitzelung angemeldet. "Ich glaube, es ist nicht so ganz einfach, die Amerikaner davon zu überzeugen - es ist ja eine generelle Herangehensweise -, die Arbeit der Nachrichtendienste jetzt völlig umzukrempeln", sagte sie im ZDF-Sommerinterview. "Deshalb müssen wir (...) deutlich machen, wo die unterschiedlichen Auffassungen liegen", sagte sie für die Sendung "Berlin direkt". Auf die Frage, ob sie Änderungen im Verhalten der USA erwarte, antwortete Merkel: "Das kann ich nicht voraussagen, ich hoffe natürlich, dass sich etwas ändert."

Kommentare

Lieb, Frau Merkel hofft, dass sich was ändert

Aber es is halt nicht leicht das Erbe des kalten Krieges abzuschütteln, als einem jeder Trottel "Aber die Amerikaner sind doch unsere Freunde." antwortete und einen gleich taxfrei zum moskautreuen Kommunisten machte, wenn man auf Fehlverhalten der Cowboys hinwies . Das war schon zu Zeiten des Vietnamkriegs bei den amerikanischen Kriegsverbrechen und der Bombardierung von Laos so und setzt sich in anderer Form bis heute fort.
Drüben liegts wohl an einer völlig unrelativistischen Selbstsicht, nur Blöde und völlig Ungebildete können sich zu dem Wahn versteigen ihre Eigeninteressen würden das Weltgute repräsentieren, aber auch in europäischen Staaten liegts daran, dass es für Gehirne einfacher ist die Welt schwarzweiß zu sehen und keiner bereit war ein Stoppschild aufzustellen. Und nach Jahrzehnten leben also jetzt die Amis in dem Wahn des Gewohnheitsrechts, dass zwar sie gegen Handlungen anderer drakonisch vorgehen dürfen, selbst aber selbige mit gutem Gewissen setzen dürfen. Dazu kommt noch, dass seit Tschortsch Dabelju fraglich ist, ob dort überhaupt noch so was wie eine kritische Zivilgesellschaft besteht.
Es wäre hoch an der Zeit für einen politischen Tritt gegens Schienbein, Schmerz macht Gehirne munter.

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